Tierquäler gesucht: Einer Polizeimeldung zufolge hat ein Hund in der Dränkerkampstraße in Meinerzhagen einen präparierten Köder verschluckt. Eine Tierhalterin hatte am Montagmorgen bemerkt, wie ihr Hund etwas aufnahm, konnte ihn jedoch nicht mehr daran hindern. Der Gesundheitszustand des Vierbeiners verschlechterte sich in den folgenden Stunden erheblich. Bei einer Notoperation in einer Tierklinik entdeckte das Operationsteam zehn Rasierklingen und größere Mengen Hackfleisch im Magen des Tieres. Trotz des Eingriffs ist der Hund in der darauffolgenden Nacht gestorben. Die Tierhalterin erstattete Anzeige. Die Polizei Meinerzhagen hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet unter der Telefonnummer 02354 9199-0 um Hinweise aus der Bevölkerung.
PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
„Mit unserer Belohnungsauslobung wollen wir helfen aufzuklären, wer den präparierten Köder ausgelegt hat. Der oder die Täter müssen schnellstmöglich gestoppt werden, bevor weitere Tiere in Gefahr geraten“, sagt Björn Thun, Fachreferent bei PETA. „Die Überführung derartiger Täter oder Täterinnen ist oft schwierig, da sie agieren, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Deshalb kann in solchen Fällen jeder noch so unwichtig wirkende Hinweis entscheidend sein. Mit unserer Belohnungsauslobung wollen wir die Aufklärung der Taten vorantreiben und gleichzeitig Tierhalter für das Thema sensibilisieren und warnen.“
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.
PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.
Katzenschutzverordnungen verringern Tierleid
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine bundesweite Registrierungs- und Kastrationspflicht für Katzen ein. Durch eine Registrierung der Tiere können Mensch und Katze schnell und auf einfachem Wege einander zugeordnet werden – auch in Notfällen. Zudem tragen Kastrationen dazu bei, die Population heimatloser Katzen auf Dauer zu reduzieren.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
