Nach EU-Bürgerinitiative: EU-Kommission veröffentlicht Fahrplan zum schrittweisen Ausstieg aus Tierversuchen bei der Chemikalienbewertung  

PETA Logo

„Fokus muss auf konkrete Umsetzung gelegt werden“ 

Nach jahrelangem Engagement von Tierschutzorganisationen hat die Europäische Kommission heute einen Fahrplan zur schrittweisen Abschaffung von Tierversuchen bei der Bewertung von Chemikalien veröffentlicht. Die Roadmap ist auch eine direkte Folge der EU-Bürgerinitiative „Tierversuche in Europa beenden“, die von mehr als 1,2 Millionen Menschen unterstützt wurde. Sabrina Engel, PETA-Fachreferentin für den Bereich Tierversuche und Vorsitzende der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) Save Cruelty Free Cosmetics – Commit to a Europe Without Animal Testing, kommentiert im Namen der unten aufgeführten Tierschutzorganisationen: 

„Wir sind dankbar für den lang erwarteten Fahrplan der Europäischen Kommission zur schrittweisen Abschaffung von Tierversuchen in der Chemikaliensicherheit. Die Entscheidung markiert das Ende von jährlich fast einer halben Million invasiven Eingriffen an Fischen, Kaninchen, Ratten und anderen Tieren. Die Veröffentlichung ist sowohl ein wissenschaftlicher Meilenstein als auch ein Beleg für die erfolgreiche Zusammenarbeit unterschiedlicher Interessengruppen und für die Wirkung zivilgesellschaftlichen Engagements. Sie trägt den Forderungen von mehr als 1,2 Millionen Menschen Rechnung, die innovative, präzisere und tierfreundliche wissenschaftliche Verfahren fordern. 

Der Fahrplan unterstreicht das Engagement der Europäischen Union, Tierversuche in Sicherheitsbewertungen schrittweise zu beenden. Gleichzeitig erkennt er an, dass tierversuchsfreie Methoden den Schutz der menschlichen Gesundheit, der Umwelt und der Tiere verbessern können. 

Nun muss der Fokus rasch von der politischen Zielsetzung auf die konkrete Umsetzung verlagert werden. Angesichts zentraler Rechtsvorschriften wie der Europäischen Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) ist es entscheidend, dass die Europäische Chemikalienagentur (ECHA), die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die zuständigen Dienststellen der Europäischen Kommission sowie die Mitgliedstaaten die Roadmap konsequent, transparent und im Sinne der Ziele der Europäischen Bürgerinitiative umsetzen. 

Wir begrüßen die Möglichkeit, in der Steuerungsgruppe der Roadmap mitzuwirken – und stehen bereit, unsere wissenschaftliche und praktische Expertise einzubringen. Für Tiere, Menschen, Umwelt und die Glaubwürdigkeit wissenschaftsbasierter Sicherheitsbewertungen darf keine Zeit verloren werden. Jede Gelegenheit muss genutzt werden, um ein Sicherheitsbewertungssystem zu schaffen, das nicht mehr auf Tierversuchen basiert.“ 

Wir weisen darauf hin, dass das Statement auch in gekürzter Form verwendet werden kann. 

Hintergrundinformationen 

  • EU-weit werden jährlich etwa 500.000 Tierversuche durchgeführt, um die gesetzlichen Anforderungen der EU an die chemische Sicherheitsbewertung zu erfüllen. Tiere können in Versuchen „eingesetzt“ werden, bei denen ihnen monatelang täglich giftige Chemikalien zwangsverabreicht werden, was Schmerzen, Schwellungen, Blutungen, Organversagen und den Tod zur Folge hat. In Entwicklungstoxizitätstests zwangsverabreichen Experimentatoren schwangeren Tieren Chemikalien, um zu sehen, ob die Substanzen bei deren Nachkommen zu Fehlbildungen oder zum Tod führen. In einem einzigen Reproduktionstoxizitätstest können bis zu 2.500 Tiere „eingesetzt“ werden – und das, um nur eine einzige Chemikalie zu testen.  
  • Die Entscheidung der EU-Kommission folgt der erfolgreichen EU-Bürgerinitiative, die von fünf NGOs ins Leben gerufen wurde: Cruelty Free Europe, Eurogroup for Animals, European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE), Humane World for Animals (früher Humane Society International) und People for the Ethical Treatment of Animals (PETA). Unterstützung erhielten die NGOs von den Kosmetikherstellern Dove und The Body Shop.  

Die Ziele der EU-Bürgerinitiative:  

  • Das Verbot von Tierversuchen in der Kosmetikindustrie schützen und stärken.  
  • Die EU-Chemikalienverordnung reformieren.  
  • Die Zusage der EU, sich zu einem Plan zu verpflichten.  

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Kontakt

Kontakt
Kopieren