Nach dem Scheitern der geplanten, weltweit ersten Krakenfabrik auf Gran Canaria vergangene Woche fordert PETA auch für das Lachszuchtvorhaben in Malchow eine endgültige Absage von Bürgermeister René Putzar. Während ein entscheidendes Abwassergutachten noch für den Spätsommer aussteht, warnt die Tierrechtsorganisation erneut vor den Folgen industrieller Aquakulturen. Diese betreffen insbesondere Tiere, aber auch umliegende Seen und die Natur. In Zeiten von Trockenheit, Wasserknappheit und Waldbränden ist ein solches Projekt aus PETAs Sicht nicht vertretbar. Daher appellierte PETA in dieser Woche schriftlich an den Bürgermeister, dem spanischen Beispiel zu folgen.
„Die aufgegebenen Pläne für die weltweit erste Kraken-Aquakultur auf Gran Canaria zeigen, dass solche Tierqualprojekte auf massiven und berechtigten Widerstand stoßen. Sie scheitern hinsichtlich Tier-, Gewässer-, Klima- und letztendlich auch Menschenschutz“, so Dr. Tanja Breining. „Tierethik gewinnt für viele Menschen an Bedeutung. Gleichzeitig prägen Wassermangel, Niedrigwasserstände und Waldbrände unsere Zeit. Vor diesem Hintergrund ist der Bau einer Lachsfabrik eine unvorstellbare tier-, natur- und einwohnerschädliche Provokation.“
Baustart für dieses Jahr geplant
Medienberichten zufolge soll der Baustart noch in diesem Jahr erfolgen. Jährlich sollen 5.000 Tonnen Lachsfleisch produziert, also etwa eine Million Lachse getötet werden. Das Abwasser soll nach der bislang bekannten Planung in den Fleesensee eingeleitet werden. Eine Anlage dieser Größenordnung würde folglich nicht nur immenses Tierleid, sondern auch Unmengen an Ausscheidungen produzieren. Stickstoff, Phosphor und organische Stoffe würden in die Umwelt gelangen und das biologische Gleichgewicht des Sees gefährden. Hinzu kommt ein überaus hoher Energie- und Wasserverbrauch, der den Klimawandel beschleunigen und letztendlich für die Bevölkerung von Malchow großen Schaden und auch Kosten bedeuten könnte.
Aquakulturen machen Fische krank und tragen zur Überfischung der Meere bei
In Freiheit führen Lachse Wanderungen über viele Hunderte von Kilometern durch und kehren aus dem Meer wieder an ihre Geburtsstätte im Fluss zurück, wo sie sich fortpflanzen. Zusammen mit zahlreichen Artgenossen in Becken eingesperrt können die Wanderfische nicht einmal annähernd ein artgerechtes Leben führen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Lachse in Gefangenschaft depressiv und krank werden. [1] Viele Lachse verlieren auf Zuchtfarmen durch deformierte Ohrknochen ihren Gehörsinn und weisen durch erhöhte Wassertemperaturen und künstliches Licht häufig Verformungen an der Wirbelsäule auf. [2; 3] Lachse in der Aquakultur werden zudem mit Fischmehl gefüttert – dieses wird aus dem Fleisch von im Ozean gefangenen Fischen hergestellt, was wiederum zur Überfischung der Meere beiträgt.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
