PETA erreichte eine Meldung zu mehreren getöteten Wildschweinen im Naturschutzgebiet Königsbruch. Ein Spaziergänger entdeckte am Sonntag in einer Grube im Waldgebiet zwischen Fischbach und Rumbach mehrere Wildschweinleichen. Einige der Tierkörper scheinen schon länger dort zu liegen, andere erst seit kürzerer Zeit. Eventuell handelt es sich um einen sogenannten Luderplatz, also eine jagdliche Einrichtung zum Anlocken von Beutegreifern. Insbesondere in Hinblick auf die Prävention der weiteren Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) dürfte die Ablage der Tierkörper nicht den Vorgaben der rheinland-pfälzischen Jagdgesetzgebung entsprechen. Vor diesem Hintergrund hat die Tierrechtsorganisation gestern Anzeige bei der Jagdbehörde Südwestpfalz erstattet.
„Mehrere Wildschweinleichen in einer Grube mitten im Naturschutzgebiet – das ist ein verstörendes Bild und ein Armutszeugnis für den Umgang mit Wildtieren – und in Zeiten der Afrikanischen Schweinepest brandgefährlich“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Es braucht jetzt eine schnelle Aufklärung und konsequente Maßnahmen der Jagdbehörde. Tierschutz- und Gesundheitsrisiken dürfen nicht durch fragwürdige Jagdpraktiken in Kauf genommen werden.“

Dieses und zwei weitere Bilder können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.
Wildschweinjagd trägt nicht zur „Populationskontrolle“ bei
PETA setzt sich für ein Ende der Jagd auf Wildschweine ein. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt [1]. Demnach hat ein hoher Jagddruck zur Folge, dass sich die Population der Wildschweine in dem jeweiligen Gebiet erhöht. Die Drückjagd auf die Tiere ist zudem außerordentlich grausam. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sterben dabei rund zwei Drittel der Wildschweine nicht sofort [2]. Mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien flüchten die verängstigten Tiere, quälen sich oft tagelang und sterben einen qualvollen Tod.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
