PETA erstattet Strafanzeige gegen Le Plat du Jour: Verkauf von Stopfleber fördert quälerische Tiermisshandlung

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Profite mit Tierqualprodukten: PETA hat am Mittwoch bei der Staatsanwaltschaft Hamburg Strafanzeige gegen den Geschäftsführer von Le Plat du Jour in Hamburg erstattet. Der rechtliche Hintergrund: Verdacht auf Beihilfe zur quälerischen Tiermisshandlung laut Paragraf 17 Tierschutzgesetz in Verbindung mit Vorschriften des Strafgesetzbuches. Das Restaurant in der Milchstraße bietet Foie gras zum Verzehr an. Da die Produktion von Stopfleber in Deutschland verboten ist, greift Le Plat du Jour auf Tierqualprodukte aus dem Ausland zurück. Dies ist nach Einschätzung der Tierrechtsorganisation strafrechtlich relevant. PETA hat die Geschäftsführung von Le Plat du Jour bereits zweimal angeschrieben und über das immense Tierleid, das mit der Herstellung von Foie gras einhergeht, informiert. Nach einer Aktion des freiwilligen PETA Streetteam Hamburg vor dem Restaurant am 30. Dezember 2025 drohte der Geschäftsführer mit einer Abmahnung, Unterlassungs- und Schadensersatzansprüchen, sowie strafrechtlichen Maßnahmen bei weiterer Kontaktaufnahme oder Veröffentlichung.

„Stopfleber ist die kranke Leber eines gefolterten Vogels. Die Beihilfe zur quälerischen Tiermisshandlung ist strafbar – und zwar selbst dann, wenn die Enten und Gänse im Ausland gequält und getötet wurden“, so Biologin und PETA-Fachreferentin Dr. Tanja Breining.

Ende 2022 musste erstmals ein von PETA angezeigter Händler gemäß Auflage der zuständigen Staatsanwaltschaft 500 Euro an einen gemeinnützigen Verein für Tierschutz zahlen. Die Einordnung als strafbare Beihilfe setzt nicht voraus, dass die Haupttat in dem Land, in dem sie begangen wurde – etwa in Frankreich – strafbar ist: Vielmehr ist es ausreichend, dass die Handlung des Haupttäters, also des Gänse- bzw. Entenmästers, gegen ein deutsches Strafgesetz verstößt und dazu in Deutschland eine Beihilfehandlung geleistet wurde. Dies ist aus PETAs Sicht der Fall. Die Herstellung von Stopfleber erfüllt den Straftatbestand der quälerischen Tiermisshandlung nach Paragraf 17 Tierschutzgesetz. Die Beihilfehandlung ist in dem Erwerb und Verkauf von Stopfleber zu sehen, da hierdurch deren Herstellung und die damit einhergehende Tiermisshandlung veranlasst bzw. gefördert wird.

Hintergrundinformationen

Für die „Produktion“ von Foie gras werden überwiegend männliche Gänse und Enten „gemästet“, weil die Leber der weiblichen Tiere nicht die gewünschte Größe hat und zu viel Nervengewebe enthält. Allein in Frankreich werden daher in jedem Jahr mehr als 14 Millionen weibliche Küken direkt nach der Geburt am Fließband aussortiert und getötet. Die männlichen Tiere werden mehrmals täglich durch ein Metallrohr, das ihnen gewaltsam in die Speiseröhre gestoßen wird, mit 450 g – 1 kg Getreidebrei „gestopft“. Dies lässt die Lebern der Vögel in nur 10 bis 18 Tagen auf das bis zu Zehnfache ihres Normalgewichts anschwellen. [1] Die Zwangsmast führt neben Verletzungen am Hals und in der Speiseröhre auch zu einer pathologischen Verfettung der Leber, Steatose genannt, sowie zu Atemnot, Knochenbrüchen, Leberblutungen und Herzversagen. Viele Tiere sterben daher bereits, bevor sie in den Schlachthof kommen. [2; 3] Hier werden sie elektrisch betäubt und ausgeblutet. Immer wieder kommt es vor, dass sie vor oder während des Ausblutens aufwachen und bei Bewusstsein und unter Schmerzen sterben. [4; 5]

Stopfleber-„Produktion“ ist vielerorts verboten

Die „Produktion“ von Stopfleber ist so grausam, dass sie in vielen Ländern der EU verboten ist. Lediglich Frankreich, Spanien, Ungarn, Bulgarien und ein Teil von Belgien produzieren Foie gras. Auch in Argentinien, Indien, Israel, Australien, Kalifornien und der Türkei ist die Herstellung bereits untersagt. Zahlreiche Restaurants wie beispielsweise das HENRIKS in Hamburg und das Borchardt in Berlin haben Foie gras bereits ausgelistet. Auch in Frankreich gibt es auf offiziellen Empfängen der Städte Grenoble, Lyon, Straßburg und Villeurbanne keine Tierqualleber mehr zu essen, wie die Bürgermeister der Städte auf Anfrage von PETA Frankreich öffentlich bestätigten. In London hat King Charles III Foie gras aus all seinen Palästen verbannt.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] L214: “Foie gras: Des oiseaux malades“. Online abrufbar unter: https://www.l214.com/stop-foie-gras/des-oiseaux-malades/. (26.01.2026).
[2] Scientific Committee on Animal Health and Animal Welfare (1998): “Welfare Aspects of the Production of Foie Gras in Ducks and Geese?. Online abrufbar unter: https://web.archive.org/web/20201101073517/https:/ec.europa.eu/food/sites/food/files/safety/docs/sci-com_scah_out17_en.pdf.(26.01.2026).
[3] Broom D. M., Rochlitz I. (2017): “The Welfare of Ducks During Foie Gras Production.?, Animal Welfare, Vol. 26 n 2, p. 135-149.
[4] L214 (2022): “La vérité sur le gavage“. Online abrufbar unter: https://www.l214.com/stop-foie-gras/le-gavage/. (26.01.2026).
[5] PETA USA: Foie gras in 60 seconds flat. Online abrufbar unter: https://www.peta.org/media/psa/foie-gras-in-60-seconds-flat/. (26.01.2026).

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