Im Bundestag gab es am Donnerstag, 16. April, eine Aussprache zum Grünen-Antrag, Forschung und Tierschutz Hand in Hand zu fördern. Tierversuche sollen laut dem Antrag im Tierschutzgesetz verbleiben und in keinem eigenen Gesetz geregelt werden. Eine entsprechende Verwaltungsvorschrift und Verordnung sollten stattdessen aktualisiert, tierfreie Forschung gefördert und eine Reduktionsstrategie ausgearbeitet werden. Bei der anschließenden Abstimmung über die zukünftige Zuständigkeit für das Thema, stimmten Grüne, Linke und AfD dafür, diese im Agrarministerium, welches für Tierschutz zuständig ist, zu belassen. Eine Mehrheit aus den Stimmen der CDU/CSU und SPD votierten dafür, sie dem Forschungsministerium zu übertragen. Die Anhörung kommentiert Dr. Tina Florut, Beraterin für Wissenschaftspolitik bei PETA Deutschland:
„Die Verschiebung der Zuständigkeit in die Forschung ist besorgniserregend und die Pläne zu einem eigenen Tierversuchsgesetz sind nicht zielführend, da der rechtliche Rahmen sowieso von der EU vorgegeben wird. Der einzige Unterschied wäre, dass das Töten sogenannter Überschusstiere durch die Abkopplung vom ‚vernünftigen Grund’ im Tierschutzgesetz erleichtert werden könnte. Statt den Tierschutz zu stärken, indem man tierfreie Methoden fördert und gemeinsam mit der Forschungsgemeinschaft Lösungen für einen langfristigen Ausstieg aus Tierversuchen findet, fokussiert man sich darauf, Rechtssicherheit für die zu schaffen, die weiterhin auf Tierversuche setzen wollen. Als Beispiele für Länder mit eigenen Tierversuchsgesetzen Großbritannien und die Niederlande zu nennen, ist blanke Ironie: Denn beide Länder haben Ausstiegsstrategien für Tierversuche veröffentlicht und erhebliche Fördermittel für tierfreie Methoden bereitgestellt. Deutschland tut nichts davon und droht im internationalen Vergleich als moderner Wissenschaftsstandort noch weiter zurückzufallen.“
Wir weisen darauf hin, dass das Statement auch in gekürzter Form verwendet werden kann.

Ein Foto von Dr. Tina Florut senden wir auf Anfrage gern zu.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.