PETA prangert Greenwashing bei GetYourGuide an: Reiseportal ignoriert eigene Tierschutzrichtlinie massiv

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Profit auf Kosten der Tiere: Das Buchungsportal GetYourGuide wirbt öffentlich mit einer Tierschutzrichtlinie, missachtet diese jedoch offenbar in weiten Teilen. Trotz klar definierter Ausschluss-Regeln vermittelt das Unternehmen beispielsweise Aktivitäten mit direktem Kontakt zu Elefanten sowie Tickets für Einrichtungen wie SeaWorld und Loro Parque, die in ihren Shows Delfine und Orcas für die Unterhaltung der Parkbesucher missbrauchen. PETA forderte GetYourGuide Anfang Januar in einem Schreiben auf, die eigenen Richtlinien strikt umzusetzen und tierquälerische „Attraktionen“ aus dem Angebot zu streichen. Zudem verlangte die Tierrechtsorganisation eine verbindliche Stellungnahme, aus der hervorgeht, welche konkreten Maßnahmen das Unternehmen bereits ergriffen hat, welche geplant sind und wann die entsprechenden Angebote vollständig von der Plattform entfernt werden. Eine Antwort blieb bis heute aus.

„GetYourGuide verkauft sich als tierfreundlich – vermittelt aber weiterhin Tierquälerei als Urlaubs-Highlight. Wer Verantwortung für Millionen touristischer Buchungen trägt, muss seine Versprechungen einhalten, alles andere wäre Verbrauchertäuschung“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Solange Erlebnisse verkauft werden, bei denen Tiere ausgebeutet werden, steht die Richtlinie in klarem Widerspruch zur Realität. Jetzt braucht es Transparenz, eine klare Stellungnahme und die konsequente Entfernung tierquälerischer Angebote.“

In der im Mai 2025 veröffentlichten Tierschutzrichtlinie von GetYourGuide heißt es unter anderem, dass Angebote, die Begegnungen mit Elefanten ermöglichen, ausschließlich nach dem Prinzip des „geschützten Kontakts“ zulässig seien – also ohne direkten Kontakt zwischen Touristen und Tieren. Außerdem seien Wildtiershows oder -vorführungen „jeglicher Art“ ausdrücklich verboten. Dennoch finden sich auf der Plattform zahlreiche Angebote, die diesen Grundsätzen klar widersprechen. Dazu zählen „Elefantenbegegnungen“ wie das Baden mit oder das Reiten auf den Tieren sowie Tickets für SeaWorld und den Loro Parque, in denen Delfine und Orcas eingesperrt und für Shows zur Unterhaltung des Publikums ausgebeutet werden.

Systematische Gewalt gegen Elefanten in der Tourismusbranche

Elefanten sind sehr soziale Tiere, die in matriarchalischen Herden leben, sich gegenseitig beschützen, nach frischer Vegetation suchen, spielen, in Flüssen baden und sich die Mutterpflichten für die Babys der Herde teilen. Doch die für den Tourismus ausgenutzten Elefanten werden oftmals als Kleinkinder gewaltsam von ihren Müttern getrennt, mit straff gebundenen Seilen fixiert und mit nagelbesetzten Stöcken oder anderen scharfen Gegenständen verletzt, um ihren Willen zu brechen. Dieses PETA-Video zeigt, wie sie als Erwachsene angekettet und ständig mit Elefantenhaken – Waffen, die einem spitzen Schürhaken ähneln– bedroht werden, um sie aus Angst vor Strafe zum Gehorsam zu zwingen.

Orcas leiden in Gefangenschaft enorm

Im offenen Ozean schwimmen Orcas bis zu 220 Kilometer am Tag, leben in engen Familienverbänden, spielen, lernen und geben ihr Wissen weiter. Jede Familie hat einen eigenen Dialekt. In Gefangenschaft hingegen sind sie in engen Betonbecken eingesperrt und werden oft in unnatürlichen Gruppen gehalten. Das führt häufig zu Angriffen, Verletzungen und sogar zum Tod der Tiere: Mehr als vierzig Orcas sind bei SeaWorld bereits gestorben, oft im Kindes- und Jugendalter. Im Loro Parque auf Teneriffa starben allein zwischen 2021 und 2022 drei Orcas, darunter die zweijährige Ula.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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