Als teilnahmeberechtigte Aktieninhaberin nahm PETA heute an der virtuellen Jahreshauptversammlung der Zalando AG teil. Dort konfrontierte die Organisation die Unternehmensführung mit ihrer tierschutzwidrigen Geschäftspolitik. Fachreferentin Julia Zhorzel, eine Vertreterin der Tierrechtsorganisation, meldete sich bei der Hauptaktionärsversammlung mit der Frage zu Wort, wann sich das Unternehmen besinnen und Kleidungsstücke aus Mohairwolle aus dem Verkauf nehmen werde. Die Tierrechtsorganisation legte dem Bekleidungsriesen Enthüllungsmaterial aus südafrikanischen Mohairbetrieben vor, das die unsagbare Tierquälerei von Mohairziegen offenlegt.
„Statt Nachhaltigkeit konsequent umzusetzen, versteckt sich der Konzern hinter leeren Phrasen oder bedeutungslosen Zertifikaten wie dem Responsible Mohair Standard“, so Julia Zhorzel, Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie bei PETA. „Es bringt nichts, Nachhaltigkeit zu predigen und gleichzeitig tier- und klimaschädliche Mohairwolle zu verkaufen, egal, ob sie zertifiziert ist oder nicht. Das Unternehmen muss Tierschutz endlich ernst nehmen und tierische Materialien wie Mohair strikt auslisten.“
Die verdeckt aufgenommenen Bilder zeigen, wie Arbeiter Ziegen während der Schur grob an Ohren, Hörnern, Beinen und Fell packen und zerren. Die verängstigten Tiere stürzen, schreien und schlagen um sich. Eine Ziege mit einer großen, klaffenden Wunde, die angeblich von einem Schakalangriff stammt, wurde trotz ihrer Verletzung achtlos geschoren und schrie dabei vor Schmerzen.
Mohair bedeutet immer Tierleid: Zalando kann Versprechen nicht einhalten
Zalando kommuniziert im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie „einen sorgsamen und ethisch angemessenen Umgang mit Tieren sicherstellen“ zu wollen [1]. Die vorgelegten Video-Enthüllungen von PETA Asien zeigen jedoch, dass derartige Bekundungen bei der Produktion von Mohair vielfach keine Bedeutung haben. Mohairziegen werden für die Schur gewaltsam fixiert. Die sensiblen Fluchttiere erleben dabei Angst, Panik und Stress. In den dokumentierten Fällen sieht man sogar, wie sie bei der Schur oftmals getreten, geschlagen und ihnen häufig Schnittwunden zugefügt werden. Diese dokumentierten Missstände betreffen die Mohairindustrie insgesamt und sind nicht immer einzelnen Unternehmen zuzuordnen. Sie machen jedoch deutlich, welches Leid mit diesem Material verbunden sein kann.
„Tierfreundliches“ Mohair gibt es nicht
Sogenannte Tierwohlstandards wie der Responsible Mohair Standard (RMS) bewahren Tiere nicht vor Angst, Stress und einem gewaltsamen und verfrühten Tod. Tierkinder dürfen bis zu einem Alter von acht Wochen ohne Betäubungsmittel kastriert werden. Auch das Töten in außerbetrieblichen Schlachthäusern, in denen es in der Vergangenheit bereits zu gröbsten Tierquälereien kam, ist unreguliert.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
