Rostocker Supermarkt legte lebenden Fisch auf Eis: Veterinäramt leitete Verfahren ein – PETA fordert Behörde auf, Informationen offen zu legen

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Im Februar 2023 filmte eine Whistleblowerin einen Fisch, der im Rostocker Supermarkt „Mix Markt“ auf Eis lag und langsam erstickte. PETA erstattete daraufhin Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Rostock und informierte das Veterinäramt. Wie eine Nachfrage beim Veterinäramt unter Verweis auf das Informationsfreiheitsgesetz im März 2026 ergab, leitete die Behörde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen die oder den Verantwortlichen ein. Ob ein Bußgeld gezahlt werden musste, wurde von der Bußgeldstelle unter Verweis auf den Datenschutz nicht mitgeteilt. Die Tierrechtsorganisation fordert die Rostocker Behörden deshalb jetzt auf, die Informationen offenzulegen, um Täter in ähnlichen Fällen abzuschrecken.

„Es ist gesetzlich verboten, lebende Fische in Supermärkten wie Gemüse auf Eis zu legen. Dennoch ist der Verstoß in Rostock kein Einzelfall. Informationen über mögliche Bußgelder müssen offengelegt werden, damit andere empathielose Menschen davon abgeschreckt werden, weiterhin rücksichtslos mit Fischen umzugehen“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Wassertiere bei PETA. „Es ist an der Zeit, Fische in Ruhe im Wasser schwimmen zu lassen und sie vom Speiseplan zu streichen.“

Fisch erlitt Qualen

Das von PETA veröffentlichte Video zeigt, wie das Tier inmitten des ausgelegten Eises in der Fischtheke lag, seine Kiemen bewegte und offenbar verzweifelt nach Sauerstoff schnappte.Die Whistleblowerin wies die Mitarbeitenden sofort auf das Leid des Tieres hin. Diese unternahmen jedoch nichts, sodass der Fisch vor den Augen aller Anwesenden einen langen, qualvollen Todeskampf erleiden musste.

Weitere Fälle bekannt

Im Dezember 2023 erstattete PETA Strafanzeige gegen die Verantwortlichen eines Leimener Mix Markts, nachdem Kunden mehrere Karpfen filmten, die in dem Supermarkt auf Eis lagen und langsam erstickten. Die Ermittlungen bestätigten, dass lebende Fische auf die Ladentheke gelegt wurden. Wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg im März 2026 auf Nachfrage mitteilte, mussten die Verantwortlichen 250 Euro als Auflage an einen Tierschutzverein zahlen. Die Staatsanwaltschaft stellte daraufhin das Verfahren mit Zustimmung des Amtsgerichts Heidelberg ein.

Fische sind faszinierende Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie kommunizieren über Laute, Gerüche und Körpersprache, schließen Freundschaften, lernen durch Beobachten, kooperieren bei der Jagd und beschützen ihren Nachwuchs. [1; 2] Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut (das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten“. [3] Eine Studie der Universität in Bonn zeigt, dass Buntbarsche und Stachelrochen addieren und subtrahieren können. [4] Eine weitere Studie zeigt außerdem, dass Putzerfische der Art Labroides dimidiatus nicht nur ihr Spiegelbild erkennen, sondern auch mit dem Spiegelbild interagierten, indem sie ein Stück Nahrung benutzten. Dieses Verhalten gilt als „Kontingenzprüfung“ und deutet auf hohe kognitive Fähigkeiten hin. Es wurde auch bei Delfinen beobachtet. [5]

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Jonathan Balcombe (2016), Was Fische wissen. Wie sie lieben, spielen, planen: unsere Verwandten unter Wasser. / What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins.
[2] Bill François (2021): Die Eloquenz der Sardine. Unglaubliche Geschichten aus der Welt der Flüsse und Meere, Verlag C.H. Beck.
[3] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
[4] V. Schluessel, N. Kreuter, I. M. Gosemann & E. Schmidt (2022): Cichlids and stingrays can add and subtract ‚one‘ in the number space from one to five; Scientific Reports; https://doi.org/10.1038/s41598-022-07552-2 (14.07.2026)
[5] Sogawa, S.; Kobayashi, T.; Bshary, R.; Sowersby, W.; Awata, S.; Kubo, N.; Nakai, Y.; Kohda, M. (2025): Rapid self-recognition ability in the cleaner fish. Scientific Reports, 15(1). https://doi.org/10.1038/s41598-025-25837-0. (14.07.2026).

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