Tierleid und Qualzucht: Am kommenden Wochenende findet die „Internationale Katzenausstellung“ des Delicat e.V. in der Burg Seevetal statt. Derartige Veranstaltungen verleiten Menschen dazu, gezüchtete Tiere zu kaufen, während allein in deutschen Tierheimen und Katzenschutzvereinen Tausende Vierbeiner auf ein neues Zuhause warten. Während der Ausstellungen müssen die Katzen meist in kleinen Käfigen oder Boxen ausharren, in welchen sie oft massiv gestresst sind, keine Rückzugsmöglichkeiten haben und ihrem natürlichen Bewegungsdrang nicht nachkommen können. Häufig handelt es sich bei den zur Schau gestellten Tieren um sogenannte Qualzuchten. PETA betont, dass Katzen sensible Lebewesen sind, die als Familienmitglieder gesehen werden sollten und nicht zu Ausstellungsobjekten degradiert werden dürfen.
„Wir befinden uns derzeit in einer Katzenschwemme in Deutschland – Tierheime und Katzenschutzvereine sind massiv überfüllt. Skrupellose Züchter vermehren dennoch weiterhin massenhaft Katzen. Zuchtverbände nehmen zudem bewusst in Kauf, dass viele der auf bestimmte Farben und Formen gezüchteten Tiere ihr gesamtes Leben leiden und oft schwer krank werden“, so Lisa Redegeld, Fachreferentin bei PETA. „Es ist bereits seit dem 1. Januar 2022 verboten, Hunde mit Qualzuchtmerkmalen auszustellen. Für qualgezüchtete Katzen fehlt jedoch bis heute eine gesetzliche Regelung – das ist nicht nachvollziehbar. Die Bundesregierung muss hier dringend nachbessern.“
Zucht führt häufig zu Gesundheitsproblemen und verschärft die Situation in Tierheimen
Da ihr äußeres Erscheinungsbild im Vordergrund steht, leiden zahlreiche sogenannte Rassekatzen mitunter lebenslang an gesundheitlichen Problemen. So ist beispielsweise die Sphinx-Katze, auch Nacktkatze genannt, durch ihre fehlenden Tasthaare nicht in der Lage, sich ausreichend zu orientieren oder mit Artgenossen zu kommunizieren. Perserkatzen leiden durch ihre flache Nase und ihre extreme Kurzköpfigkeit häufig an schlimmen Atembeschwerden und Problemen mit dem Tränennasenkanal.
PETA weist darauf hin, dass die Nachzucht auch die Situation für heimatlose Tiere verschärft. In deutschen Haushalten leben bereits rund 15,7 Millionen Katzen. [1] Um die Nachfrage nach bestimmten „Rassen“ zu befriedigen, „produzieren“ Züchterinnen und Züchter jedoch weiterhin reichlich Nachwuchs – dabei warten jährlich allein in Deutschland etwa 350.000 Tiere im Tierheim auf ein neues Zuhause. 25 bis 30 Prozent der Tiere bleiben ein Jahr oder länger im Tierheim. PETA appelliert daher an alle Menschen, die Zucht nicht zu unterstützen und stattdessen einem hilfsbedürftigen Tier aus dem Tierheim ein Zuhause zu schenken.
Katzenschutzverordnungen verringern Tierleid
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine bundesweite Registrierungs- und Kastrationspflicht für Katzen ein. Durch eine Registrierung der Tiere können Mensch und Katze schnell und auf einfachem Wege einander zugeordnet werden – auch in Notfällen. Zudem tragen Kastrationen dazu bei, die Population heimatloser Katzen auf Dauer zu reduzieren.

Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
