Termineinladung nach internationaler Aufdeckung: PETA Streetteam protestiert in Dortmund gegen leeres Tierwohl-Versprechen beim Moderiesen H&M

PETA-Demo vor H&M in Frankfurt: Dein Wolle-Label ist für die Tonne!

Um auf das Tierleid hinter Wolle aufmerksam zu machen, demonstriert das freiwillige PETA Streetteam am kommenden Samstag vor der H&M-Filiale auf dem Westenhellweg 11-13 in Dortmund. Grund dafür ist eine aktuelle Enthüllung von PETA Asien, die aufzeigt, dass hinter den Tierwohllabels wie „NATIVA“ und dem Responsible Wool Standard lediglich leere Marketingversprechen stecken. Aktive tragen „blutige“ Wollanzüge und Schafmasken. Sie halten Schilder mit den Aufschriften „Getreten und blutig geschoren für Wolle!“, „Schafe: Für Wolle ohne Betäubung verstümmelt“ oder „Für H&M blutig geschoren!“. Mit der Aktion appelliert das Streetteam an H&M, keine Ware mehr aus Wolle zu verkaufen und das Tierqualprodukt gänzlich aus dem Sortiment zu nehmen.

Details zur Aktion:

Datum: Samstag, 26. September 2026
Uhrzeit: 13 bis 14:30 Uhr
Ort: Vor H&M, Westenhellweg 11-13, 44137 Dortmund
Kontakt vor Ort: Tim Werner, den Kontakt stellen wir gerne her.

„Erneut macht PETA Asiens Enthüllung deutlich, dass Wolle Tierquälerei bedeutet“, so Streetteam-Leitung Tim Werner. „Sogenannte Tierwohl-Zertifizierungen sind in Sachen Tierschutz bedeutungslos. Unternehmen wie H&M müssen Tierqualprodukte endlich auslisten.“

Tierwohlzertifikat als Marketingkonzept

Die H&M Gruppe kündigte an, dass bis Ende 2025 sämtliche Schurwolle und alle verwendeten Tierhaare aus Farmen stammen sollen, die nach glaubwürdigen Tierschutzstandards zertifiziert sind. Dazu zählen unter anderem „Tierwohl“-Labels wie der Responsible Wool Standard und der NATIVA Wool Standard. PETA Asien recherchierte daraufhin verdeckt auf einer Farm, die NATIVA-Wolle verkauft und „die führende Marke für verantwortungsvoll gewonnene, zu hundert Prozent rückverfolgbare Naturfasern“ ist. Beschäftigte traten Schafe gegen den Kopf, schlugen sie mit Schermaschinen und einem Stück Holz und rissen Lämmer an den Beinen aus ihrer Herde.

Der untersuchte Betrieb ist zudem nach dem Responsible Wool Standard (RWS) und dem Responsible Mohair Standard (RMS) zertifiziert. Die Ermittlerinnen und Ermittler stellten fest, dass es sich um ein Marketingkonzept, sogenanntes „Humane Washing“, handelt. Verbraucherinnen und Verbraucher verlassen sich auf Schlagworte wie „verantwortungsvoll“ und „rückverfolgbar“, während die Tiere weiterhin leiden.

Tierleid in der Wollindustrie

Um aus dem Fell von Schafen Wolle herzustellen, wurden früher die Haare der Tiere während des natürlichen Fellwechsels ausgezupft. Da der Mensch die Tiere jedoch besser „nutzbar“ machen wollte, züchtete er dem Wildschaf den Fellwechsel weg. Nach der Erfindung des Schermessers wurde den Tieren zudem ein ständiges Vlieswachstum angezüchtet, um möglichst viel weiche Unterwolle nutzen zu können. [1]

Schafherden in der Wollindustrie bestehen gewöhnlich aus Tausenden von Tieren. Dadurch wird es unmöglich, den individuellen Bedürfnissen der Schafe nachzukommen oder Krankheiten wie Schmeißfliegenbefall, Fußfäule und Infektionen zu behandeln. Aufgrund der mangelnden Versorgung sind die Todesraten bei Schafherden teilweise sehr hoch.

Das PETA Streetteam Dortmund ist ein Verbund freiwilliger Unterstützender, die sich für die Ziele der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. einsetzen. 

PETA-Demo vor H&M in Frankfurt: Dein Wolle-Label ist für die Tonne!

Dieses und ein weiteres Foto können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung genutzt werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Gibson-Roberts, Priscilla (2000): Scandinavian Sheep, Knitters Magazine.

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