„Lebendig gehäutet“ vor einer COACH-Filiale: PETA-Gründerin Ingrid Newkirk macht am Freitag in München mit einer drastischen Protestaktion sichtbar, was Leder wirklich ist – die Haut eines fühlenden Individuums. Vor dem Geschäft zieht eine Person der 77-Jährigen symbolisch die „Haut“ vom Körper. Weitere Aktive konfrontieren COACH mit der Botschaft „Leather is someone’s skin!“. PETA kritisiert, dass die Luxusmodemarke Produkte aus Leder als „nachhaltig“ bewirbt, und fordert das Unternehmen auf, tierfreie Alternativen zu verwenden.
Details zur Aktion:
Datum: Freitag, 9. Oktober 2026
Uhrzeit: 12.15 Uhr bis 13 Uhr
Ort: vor der COACH-Filiale, Brienner Str. 12/12A, 80333 München
Kontakt vor Ort: Julia Maria Haaga (Den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her.)
„COACH verkauft Tierhaut als Luxus – doch die Haut gehört den Tieren, nicht uns. Warum sollte für eine Handtasche oder ein Paar Schuhe ein fühlendes Lebewesen leiden und sterben, wenn es längst wunderbare tierfreie Alternativen gibt?“, so PETA-Gründerin Ingrid Newkirk. „COACH muss endlich aufhören, Tiere für Mode auszubeuten: Leave animals in peace, not in pieces.“
Die vielfältigen Misshandlungen der Tiere bei der Lederherstellung
In großen Lederproduktionsländern wie Indien treiben Arbeiter Rinder, Büffel und andere Tiere oftmals auf kilometerlangen Märschen zu Schlachthöfen. Brechen sie vor Erschöpfung zusammen, werden ihnen Chilischoten in die Augen gerieben. Weitere Video-Enthüllungen von PETA zeigen, wie die Arbeiter in der brasilianischen Lederindustrie Kälbern mit heißen Brandeisen das Gesicht verbrennen und Rinder mit Elektroschocks quälen.
Auch in Ländern wie Deutschland stehen noch immer viele Rinder in dunklen Ställen in ihren eigenen Fäkalien, teils in der extrem einschränkenden Anbindehaltung. Zugleich nehmen Lebendexporte von Rindern massiv zu. Immer mehr Tiere werden zu weit entfernten Schlachthöfen transportiert. Auf den zum Teil wochenlangen Schiffstransporten leiden viele an Hunger und Durst, bis ihnen häufig ohne Betäubung die Kehle durchtrennt wird.
Tierisches Leder befeuert Klimakatastrophe und Artensterben
Etwa 36 Prozent des weltweiten Waldverlustes werden der Rinderzucht und -haltung zugerechnet, darunter zwei Drittel der gerodeten Flächen des Amazonasgebiets. [1; 2] Wälder sind zur Bewältigung der Klimakatastrophe unverzichtbar, da sie riesige Mengen an Kohlenstoff und Wasser speichern. Insbesondere der Amazonas-Regenwald ist mit rund zehn Prozent aller bekannten Tier- und Pflanzenarten ein wichtiges Refugium der Artenvielfalt. [3] Die Produktion von „Rindsleder“ schadet der Umwelt bis zu 19-mal stärker als pflanzliches Leder und verwendet bis zu 170 verschiedene Chemikalien, darunter Zyanid. [4]
Große Auswahl an tierfreundlichen Alternativen
Neben Kunstleder gibt es zahlreiche Alternativen wie Apfel- oder Ananasleder, die nachhaltiger produziert werden können als die chemisch gegerbte Haut eines getöteten Tieres. Die globale „PETA-Approved Vegan“-Zertifizierung kennzeichnet Handtaschen, Schuhe, Kleidung, Accessoires und Möbel, die aus veganen Materialien hergestellt wurden. Weltweit verwenden über 1.000 Unternehmen bereits das Logo und signalisieren damit ihre Entscheidung gegen Leder, Seide, Wolle, Fell und Federn.
Ingrid Newkirk: Pionierin der Tierrechtsbewegung
Ingrid Newkirk gründete PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) 1980 zusammen mit einer Handvoll unerschrockener Aktivisten. Inzwischen gilt PETA mit über zehn Millionen Unterstützenden als größte Tierrechtsorganisation der Welt. In Deutschland wird PETA von mehr als 1,5 Millionen Menschen unterstützt. „The Fortune“ hat Newkirk zur „Mother Teresa of Rabbits“ geadelt. Die HBO-Dokumentation „I am an Animal“ erzählt die Geschichte der Autorin von mehreren Büchern, die von „Forbes“ unter die mächtigsten 100 Frauen der Welt gewählt wurde.



Links u. Mitte: Mit vollem Einsatz für die Tiere: PETA-Gründerin Ingrid Newkirk setzt sich seit Jahrzehnten weltweit für Tierrechte ein – und geht dafür bis heute selbst auf die Straße. / © PETA
Rechts: Ingrid Newkirk bei einer Aktion vor der Londoner Fashion Week 2025. / © Harvey Giles
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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.