Tierrechtsorganisation appelliert an Zirkus, künftige Shows tierfrei zu gestalten
Circus Alessio gastiert ab Freitag in Konstanz-Litzelstetten. Das freiwillige PETA Streetteam Konstanz macht an sechs der Gastspieltage vor dem Eingang des Zirkusses darauf aufmerksam, dass für die Veranstaltungen Tiere wie Kängurus, Zebras, Kamele und Pferde zu unnatürlichen „Kunststücken“ und einem artfremden Leben im Zirkus gezwungen werden. Mangelhafte Haltungsbedingungen, häufige Transporte und die belastenden Dressurmethoden führen bei Tieren im Zirkus häufig zu gesundheitlichen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten. Mit Plakaten, Bannern und Flugblättern fordern die Aktiven Circus Alessio daher auf, sämtliche Tiernummern einzustellen und den Gästen stattdessen ein tierleidfreies Programm zu bieten.
Details zu den Aktionen:
Freitag, 31. Juli 2026: 17:15 bis 18:15 Uhr
Samstag, 1. August 2026: 17:15 bis 18:15 Uhr
Donnerstag, 6. August 2026: 17:15 bis 18:15 Uhr
Freitag, 07. August 2026: 17:15 bis 18:15 Uhr
Donnerstag, 13 August 2026: 17:15 bis 18:15 Uhr
Sonntag, 16. August 2026: 10:15 bis 11:15 Uhr
Ort: Im Loh 14, gegenüber vom Hotel Volapük, 78465 Konstanz-Litzelstetten
Kontakt vor Ort: Selina Baldischweiler (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)
„Circus Alessio sorgt seit Jahren immer wieder mit entlaufenen Tieren für Schlagzeilen. Wenn Zebras, Kängurus oder andere Tiere ausbrechen, zeigt das vor allem eines: Wildtiere sind nicht für ein Leben im reisenden Zirkus gemacht. Die ständigen Transporte, die Enge und die Dressur bedeuten enormes Leid für die Tiere – deshalb appellieren wir an die Zirkusverantwortlichen, endlich einen Neustart ohne sämtliche Tierdressuren zu wagen“, so Streetteam-Leitung Selina Baldischweiler.
Circus Alessio sorgte bereits mehrfach für negative Schlagzeilen
Vom Zirkus entlaufene Tiere lösten bereits mehrfach Polizeieinsätze aus. Ende Dezember 2025 ereignete sich ein Verkehrsunfall mit einem beim Zirkus entlaufenen Känguru, das von einem Auto erfasst und dabei verletzt wurde. Im Juli 2025 brachen zwei Zebras aus. Die beiden Stachelschweine Max und Moritz entkamen im Frühjahr 2025; erst Wochen später wurde eines der Tiere wieder eingefangen. Im September 2023 entliefen mehrere Lamas und wurden an einem Waldrand entdeckt. Känguru Skippy brach im Juli sowie im September 2021 aus und wurde erst nach mehreren Tagen wieder eingefangen. Zudem erstattete PETA im November 2021 Anzeige beim Kreisveterinäramt Esslingen, da der Zirkus ein einzeln gehaltenes Zebra-Jungtier mitführte und damit gegen Tierschutz-Richtlinien verstieß. Die Behörde leitete ein Verfahren zur Vergesellschaftung des Zebras ein. Zebras sind soziale Herdentiere, die den Kontakt zu Artgenossen und viel Auslauf benötigen. Die sensiblen Fluchttiere werden durch Menschenmengen und die laute Umgebung im Zirkus schnell verängstigt.
Tiere leiden im Zirkus
Tiere im Zirkus bedeuten immer Tierquälerei. Die Haltung und Zurschaustellung dort sind für sie alle untrennbar mit Leid verbunden. Die ständigen Transporte und Ortswechsel, die viel zu kleinen Gehege und eine Dressur, die gerade bei Wildtieren von Gewalt und Zwang geprägt ist, führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod. Auch domestizierte Tiere sollten nicht als Attraktionen herhalten und bei grellem Scheinwerferlicht und lauter Musik stumpfsinnige Kunststücke vorführen müssen, nur um Publikum zu unterhalten.
Deutschland Schlusslicht beim Schutz von Tieren im Zirkus
PETA fordert für Deutschland ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus. Dies entspricht auch der Auffassung von 62 Prozent der Deutschen, die laut einer repräsentativen Meinungsumfrage die Haltung und Zurschaustellung von Tieren im Zirkus ablehnen. Doch während in den vergangenen Jahren zahlreiche europäische Länder Regelungen erlassen haben, um Auftritte mit Wildtieren einzuschränken, gibt es in Deutschland bislang nicht einmal ein Zirkus-Wildtierverbot. Griechenland, Malta und Zypern haben die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben bereits vollständig verboten.
Das PETA Streetteam Konstanz ist ein Verbund freiwilliger Unterstützender, die sich für die Ziele von PETA Deutschland e.V. einsetzen.

Dieses und ein weiteres Motiv können hier heruntergeladen werden und für die Berichterstattung verwendet werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
