Termineinladung: „Steiff: Kuschelig für dich, grausam für Ziegen“ – blutige Protestaktion gegen Mohair-Teddybären in Konstanz

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Für einige Teddybär-Modelle von Steiff werden Mohairfasern aus den Haaren von Angoraziegen verwendet. Anfang des Jahres veröffentlichte Recherchen von PETA Asien zeigen, wie schwer die Tiere für ihre Wolle misshandelt werden. Arbeitskräfte zerren die Ziegen an Beinen, Hörnern und Schwänzen, schlagen sie und scheren sie so grob, dass einige blutende Wunden erleiden. Auch auf Farmen, die mit vermeintlich verantwortungsvollen Standards werben, wurden vergleichbare Missstände dokumentiert. Mit einer blutigen Darstellung vor der Steiff-Filiale in Konstanz fordert PETA das Unternehmen deshalb auf, Mohair aus seinem Sortiment zu streichen und stattdessen tierfreie Materialien zu verwenden.

Zahlreiche Unternehmen haben bereits auf die dokumentierten Missstände reagiert und Mohair ausgelistet. So strich auch TK Maxx das Material nach der diesjährigen Kampagne von PETA USA aus dem Angebot.

Details zur Aktion:

Datum: Dienstag, 21. Juli 2026
Uhrzeit: 11:15 bis 11:45 Uhr
Ort: Vor dem Eingang des Steiff-Shops, Hussenstraße 8, 78462 Konstanz-Altstadt
Demoaufbau: Eine Person im Teddykostüm schert einen als Ziege verkleideten Aktivisten, was mit Kunstblut dargestellt wird. Eine weitere Aktivistin, ebenfalls als Ziege verkleidet, hält ein Schild mit der Aufschrift „Steiff: Kuschelig für dich, grausam für Ziegen“. Außerdem werden Reden mit dem Megafon gehalten.
Kontakt vor Ort: Ayshea Kelly, Aktionskoordinatorin, den Kontakt stellen wir gerne her.

„Echte, lebende Tiere erleiden Panik und Schmerzen, nur damit jemand ein künstliches Tier haben kann. Sobald die Ziegen für die Mohair-Industrie keinen Profit mehr bringen, werden sie im Schlachthaus getötet. Viele sterben jedoch bereits vorher krank und entkräftet in den Betrieben“, so Ayshea Kelly, Aktionskoordinatorin bei PETA Deutschland. „Wir rufen Steiff auf, sich den Hunderten Marken anzuschließen, die Mohair aus ihrem Sortiment genommen haben. Gleichzeitig bitten wir alle Menschen, sich für vegane und damit tierfreundliche Materialien zu entscheiden.“

Recherche dokumentiert Gewalt gegen Angoraziegen

Um Mohair zu erhalten, binden Arbeitskräfte die Beine der Ziegen zusammen, drücken sie zu Boden und scheren sie mit elektrischen Schermaschinen oder großen Scheren. [1, 2] Häufig werden die Tiere dabei schwer verletzt und tragen klaffende Wunden davon. Ein Enthüllungsbericht von PETA Asien aus dem Jahr 2018 dokumentierte die Misshandlungen der Ziegen erstmals auf Video. Die Aufnahmen zeigen, wie die Tiere umhergezerrt und -geworfen, bei der Schur verstümmelt und ihre Kehlen teils bei vollem Bewusstsein aufgeschnitten wurden. Einige schrien dabei laut auf. Vielen Ziegen werden bereits kurz nach der Geburt die Hörner mit glühend heißen Eisen oder mithilfe ätzender Chemikalienpasten entfernt. Männliche Tiere werden oftmals mit einem Gummiring kastriert, der die Blutzufuhr abklemmt.

Kälte, Krankheiten und ein früher Tod

Die Schur nimmt den Ziegen ihren natürlichen Witterungsschutz und macht sie anfälliger für Unterkühlung, Mangelernährung und Infektionen. [3] Sobald die Fellqualität oder Fortpflanzungsfähigkeit der Tiere nachlässt, werden sie ein letztes Mal geschoren und größtenteils an Schlachtunternehmen verkauft. Arbeiter scheuchen die Tiere auf Lastwagen und transportieren sie oft stundenlang ohne Nahrung und Wasser, bis sie im Schlachthaus oder auf Hinterhöfen getötet werden. [4, 5]

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Jensen, Harriet L./ Holcomb, George B/Kerr, Howard W. Jr (1993): Angora Goats. A Small-Scale Agriculture Alternative. Davis: University of California. Online abrufbar unter: https://ucanr.edu/program/uc-small-farms-network/angora-goats. (16.07.2026).
[2] Michael Cavanagh (2014): Fleecing goats different to sheep. Online abrufbar unter: http://www.abc.net.au/news/rural/2014-05-07/goat-shearing-fleece/5435802. (15.07.2026).
[3] McGregor, B. A. (2000): Avoiding weather induced deaths of goats. Goat Specialist Agriculture Victoria, VIC, Attwood. Online abrufbar unter: https://scholar.google.com/scholar_lookup?title=Avoiding%20weather%20induced%20deaths%20of%20goats&publication_year=2001&author=BA%20McGregor. (16.07.2026).
[4] Craddock, Frank Dr. (2007): Angora Goats: A ‘Shear’ Delight! San Angelo: Texas A&M University. Online abrufbar unter: https://legacy.research.agrilife.org/wp-content/uploads/sites/4/2011/11/AngoraGoatsAShearDelight_1.pdf  (16.07.2026).
[5] Coppedge, Clay (11.06.2012): Sheep & goat markets respond to Texas drought. Online abrufbar unter: http://goatrancherupdate.blogspot.de/2012/06/sheep-goat-markets-respond-to-texas.html. (16.07.2026).

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