Trotz Abstimmung im EU-Parlament: weiterhin Tierversuche für Reinigungsmittel

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PETA UK und PETA Deutschland fordern Europäische Kommission auf, die bestehende EU-Chemikalienverordnung tierversuchsfrei zu gestalten

Das EU-Parlament hat für ein neues Gesetz gestimmt, das Tierversuche für Waschmittel und Tenside verbietet und den Einsatz von tierversuchsfreien Methoden vorschreibt. Gleichzeitig erlaubt es weiterhin Tests für einzelne Inhaltsstoffe. PETA fordert die Europäische Kommission auf, die bestehende EU-Chemikalienverordnung REACH an tierversuchsfreie Prinzipien anzupassen und damit den Fahrplan zum Ausstieg aus Tierversuchen voranzubringen.

„Die Verabschiedung der überarbeiteten EU-Reinigungsmittelverordnung ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber bei weitem nicht aus, um Tierversuche vollständig zu verbieten“, so Julia Baines, Science Policy Advicer bei PETA UK. „Kritisch ist, dass die Schlupflöcher in der EU-Chemikalienverordnung REACH bestehen bleiben: Für bestimmte Sicherheitsprüfungen sind Tierversuche weiterhin vorgeschrieben. Trotz der Änderungen können Tieren noch immer Chemikalien eingeflößt werden. Schwangere Kaninchen giftigen Substanzen auszusetzen, um sie anschließend zu töten und ihre ungeborenen Nachkommen zu sezieren, ist nicht zu rechtfertigen. Tierversuche für alle Sicherheitsprüfungen von Chemikalien, nicht nur für Waschmittel, zu beenden, muss das eigentliche Ziel sein.“

Hintergründe

Am 22. Januar 2026 stimmte das EU-Parlament mehrheitlich für ein Verbot von Tierversuchen für Reinigungsmittel und Tenside. Tenside sind Stoffe, die in Reinigungs- und Waschmitteln enthalten sind und bei der Entfernung von Schmutz helfen. Das Verbot ist auf die Reinigungsmittelverordnung beschränkt. Wenn ein Reinigungsmittelbestandteil unter andere EU-Rechtsvorschriften fällt und diese Tierversuche voraussetzen, bleiben diese legal. Die meisten Reinigungsmittelbestandteile werden demnach weiterhin an Tieren getestet.

Tierleid in der Produktentwicklung

Obwohl sich die Reaktionen bei Menschen nicht sicher durch Tierversuche vorhersagen lassen, werden weiterhin für Haushaltsmittel, Chemikalien, Kosmetik, Lebensmittel und andere Produkte grausame Experimente an Tieren durchgeführt. Auch in der Medikamentenentwicklung, -testung und der Grundlagenforschung werden unzählige Tiere wie Affen, Ratten, Fische, Kaninchen, Mäuse, Hunde und Katzen vergiftet, verbrannt, zwangsernährt, gelähmt und getötet. Selbst wenn ein Hersteller angibt, keine Tierversuche durchzuführen, können sich Verbrauchende niemals sicher sein. Firmen beispielsweise, die Kosmetik nach China verkaufen, nehmen Tierversuche oftmals dennoch in Kauf. Diese sind dort in vielen Fällen weiterhin gesetzlich vorgeschrieben. Die PETA-Approved-Liste gibt einen Überblick zu Unternehmen und Marken, die keine Tierversuche durchführen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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