Qualzuchten bedeuten immer Tierleid: Am kommenden Sonntag soll im Rahmen des Ludwigsburger Kinderfestes ein „Dackelrennen“ stattfinden. In Ludwigsburg werden an diesem Tag Temperaturen von 28 Grad erwartet. PETA fordert ein Verbot für die Veranstaltung, die mit dem Tierschutz nicht vereinbar ist. Sowohl die Anreise als auch die Rennen selbst, bei denen viele Schaulustige erwartet werden, bedeuten viel Stress für die Tiere, die aufgrund ihrer Zucht bereits leiden. Denn: Dackel sind Qualzuchten. Zudem können die hohen Außentemperaturen schnell zur Gefahr werden. Da Hunde sich hauptsächlich über das Hecheln abkühlen und sonst kaum Schweißdrüsen besitzen, überhitzen sie leicht – insbesondere bei körperlicher Anstrengung. PETA hat sich dazu an das Veterinäramt in Ludwigsburg und die Stadtverwaltung gewandt.
„Dackel leiden, weil wir Menschen über Jahrhunderte ihren Körperbau und das Aussehen unseren Bedürfnissen und Vorlieben angepasst und entschieden haben, wie sie aussehen sollen. Sie bei einem Dackelrennen bei diesen Temperaturen zur Unterhaltung einzusetzen, vermittelt Zuschauenden ein völlig falsches Bild, ist egoistisch und Tierquälerei“, so Jana Hoger, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Bei dem Dackelrennen wird für eine Hunderasse geworben, die oftmals frühzeitig stirbt oder einen langen Leidensweg hat. Wir fordern von den zuständigen Behörden eine Absage des Rennens. “
Zusätzlich soll es auf dem Ludwigsburger Kinderfest ein Angebot mit Ponyreiten geben. Ponyreiten vermittelt Kindern ein falsches Bild vom Umgang mit Tieren, weil Pferde dabei als bloße „Attraktion“ erscheinen und ihre Bedürfnisse ignoriert werden. Dadurch wird Zwang normalisiert, denn die Ponys müssen funktionieren, unabhängig davon, wie sie sich fühlen und welche Bedürfnisse sie haben.
Hunde bewusst auf extreme Merkmale gezüchtet
Dackel, auch Teckel genannt, gehören zu den beliebtesten „Hunderassen“ in Deutschland. Doch gerade unter ihrem länglichen Körperbau leiden die Hunde meist schon früh im Leben – sie bekommen häufig Bandscheibenvorfälle, welche „Dackellähme“ genannt werden, starke Schmerzen bei den Tieren hervorrufen und meist operiert werden müssen. In schwerwiegenden Fällen sind sie lebenslang an den Hinterbeinen gelähmt, können ihre Harnblase nicht mehr selbst entleeren oder haben Probleme mit dem Kotabsatz. Außerdem gehören Dackel zu den sogenannten chondrodysplastischen „Rassen“, also Tieren, die unter Zwergwuchs leiden. Sichtbar ist dies auch an den viel zu kurzen und oftmals auch verkrümmten Beinen. Wegen der Fehlbildung des Knochenapparates haben die Tiere häufig ihr Leben lang mit Schmerzen zu kämpfen.
Bei der Zucht von Tieren greift der Mensch bewusst in ihre natürliche Fortpflanzung ein und kreiert Lebewesen nach seinen Idealvorstellungen. Dabei warten jährlich Tausende Tiere in deutschen Tierheimen sehnsüchtig auf ein neues Zuhause.

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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
