PETA appelliert an Landrat Martin Bayerstorfer, Ausstieg aus der Tierwirtschaft voranzutreiben
Laut offizieller Meldung des Landkreises Erding wurden nach einem Nachweis der hochansteckenden Newcastle-Krankheit in einem Betrieb im Kreis über 100.000 Hühner an mehreren Standorten getötet – und damit deutlich mehr als die angekündigten 40.000 Tiere. Seit 1996 sind in Deutschland erstmals wieder Hühner und Puten betroffen [1]. Statt Massentötungen und immer neuer „Sperrzonen“ fordert PETA einen grundlegenden Wandel in der Landwirtschaft: weg von der Tierhaltung, hin zu veganem Ökolandbau. Die Tierrechtsorganisation appelliert erneut an Landrat Martin Bayerstorfer, Ausstiegsprogramme für Betriebe zu stärken. Zudem fordert sie weiterhin das Veterinäramt des Landkreises Erding auf, tierfreundliche Alternativen zur pauschalen Tötung potenziell infizierter Tiere anzuwenden. Erkrankte Vögel müssen isoliert und behandelt werden, so PETA.
„Statt Ursachen zu beseitigen, werden Lebewesen massenhaft getötet. Dies verdeutlicht einmal mehr die grausame Logik der tierhaltenden Landwirtschaft, in der Tiere zu Produktionsmaschinen degradiert werden“, erklärt Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Die Tierindustrie schafft selbst die Bedingungen, unter denen sich Erreger besonders leicht ausbreiten: enge Ställe, Dauerstress und fehlende Rückzugsmöglichkeiten. Wer Seuchenschutz wirklich ernst nimmt, muss die Tierhaltung beenden – und den Umstieg auf eine rein pflanzliche Landwirtschaft konsequent fördern.“
PETA hat im Mai 2025 einen Strategieplan für den Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann – um die Zukunft von Tieren und Menschen zu sichern sowie der Klimakatastrophe zu begegnen.
Tierindustrie führt zu Tierseuchen
Laut dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) wurden allein im November 2025 in neun Bundesländern 105 H5N1-Ausbrüche (Vogelgrippen-Virus-Subtyp) in Betrieben gemeldet, die Puten, Hühner, Gänse oder Enten halten. [2] Mitte Dezember stufte das Institut das Infektionsrisiko weiterhin als hoch ein. [3] Kommt es zu einer Infektion, werden alle Vögel in einem Betrieb – und teilweise darüber hinaus in einem bestimmten Umkreis – getötet. Dies hat rein wirtschaftliche Gründe: Es soll verhindern, dass sich auch Tiere anderer Betriebe infizieren, was durch Kosten für Hygienemaßnahmen oder die Tötung Gewinneinbußen bedeuten würde.
Tierseuchen werden PETA zufolge nicht ausschließlich von Wildtieren auf andere Tiere übertragen, sondern können auch in der Tierindustrie selbst entstehen. Hunderte Millionen Individuen sind in den Betrieben in Deutschland meist inmitten von Exkrementen auf engem Raum eingesperrt. Ihr Kot wird als Gülle auf Feldern und Äckern ausgebracht, die auch von Wildtieren aufgesucht werden. So kann sich das Virus weiter ausbreiten. Auch der internationale Transport unzähliger Tiere bestärkt die Verbreitung der Seuchen.
Konsum tierischer Produkte ist eine der Hauptursachen für Zoonosen
Drei von vier aller neu auftretenden Krankheitserreger sind sogenannte Zoonosen, wurden also vom Tier auf den Menschen übertragen. Bereits 2004 nannte die Weltgesundheitsorganisation WHO die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Zoonosen. [4] COVID-19, die Vogelgrippe H5N1, die SARS-Pandemie, das MERS-CoV, das Ebolafieber und sogar Aids – sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: die Ausbeutung von Tieren. [5]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
