Am Donnerstag forderte PETA USA mehrere Pharmaunternehmen und Labore auf, sämtliche Affenversuche zu überprüfen, die sie beim New Iberia Research Center (NIRC) der University of Louisiana in Auftrag gegeben haben. Ein Whistleblower-Video, das PETA USA im März veröffentlichte, zeigt Affen im NIRC, die in mit Exkrementen verdreckten Käfigen eingesperrt und offensichtlich gestresst und verletzt sind. Inzwischen liegen der Tierrechtsorganisation Unterlagen vor, die ernsthafte Bedenken zur Gesundheit der Affen im NIRC aufkommen lassen. Dies betrifft zum einen Tiere, die für Experimente im Labor missbraucht wurden, zum anderen aber auch die, die das NIRC an die Pharmaindustrie lieferte.
„Diese Affen leiden nicht nur, die Erkrankungen verfälschen außerdem auch die Ergebnisse und führen zu falschen Annahmen darüber, was für menschliche Patienten sicher und wirksam ist“, sagt Dr. Lisa Jones-Engel, Chief Science Advisor für Primatenversuche bei PETA. „PETA fordert Pfizer, Charles River und das NIRC mit Nachdruck auf, offenzulegen, wie diese Tiere für Studien zugelassen werden konnten, die der menschlichen Gesundheit dienen sollen.“
Neben seinen Beziehungen zu Pfizer und Charles River Laboratories verkauft das NIRC Affen auch an weitere Unternehmen oder erhält von ihnen Mittel zur Durchführung von Affenversuchen. Dazu gehören unter anderem Crown Bioscience, Cyanvac LLC, Elicio Therapeutics, Lovelace Biomedical, Gates Foundation, Merck; Novavax, dem Ragon Institute, Sanofi, SeromYx Systems, Inc. sowie dem University of Nebraska Medical Center.
Dokumente belegen Einsatz gesundheitlich belasteter Affen
Die Dokumente zeigen, dass Affen für Experimente anhand einfacher Kriterien wie Alter, Gewicht, Geschlecht und Lieferverfügbarkeit ausgewählt wurden. Allerdings führten dokumentierte Gesundheitsprobleme, darunter wiederkehrende Infektionen mit Salmonellen, traumatische Verletzungen, Gewichtsverlust, wiederholte Durchfallerkrankungen und/oder Hautverletzungen, nicht dazu, dass die Tiere von der Auswahl ausgeschlossen wurden – obwohl sich dies auf die Studienergebnisse auswirken könnte. Laut Informationen der Tierrechtsorganisation wurden zum Beispiel Affen mit einigen dieser Erkrankungen vom NIRC an das Labor von Charles River in Reno, Nevada, geschickt, wo sie in von Pfizer beauftragten Experimenten missbraucht wurden.
Das Enthüllungsvideo von PETA USA sowie zahlreiche Bußgeldbescheide gegen das NIRC wegen Verstößen gegen Tierschutz- und Umweltvorschriften liefern zusätzliche Einblicke in den Zustand der Tiere, die in der Tierversuchsindustrie gequält werden.
Das NIRC ist das größte Primatenlabor der USA und hält mehr als 12.000 Affen in Gefangenschaft. Charles River Laboratories zählt zu den weltweit größten Lieferanten und „Nutzern“ von Tieren, die für Versuche missbraucht werden, und Pfizer gehört zu den finanzstärksten Pharmaunternehmen der Welt. PETA fürchtet, dass ähnliche Praktiken auch in anderen Labors und bei anderen Arzneimittelherstellern vorkommen könnten.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
