Veterinäramt gibt zunächst beschlagnahmte Tiere an Zirkus zurück
Monschau / Stuttgart, 15. Januar 2020 – Top oder Flop? PETA hat die besten und schlechtesten deutschen Veterinärbehörden 2019 gekürt. Berücksichtigt wurden Ämter, die bei ihrer Arbeit besonders positiv oder negativ aufgefallen waren, nachdem sie von der Tierrechtsorganisation über einen Missstand informiert wurden.
Ende Januar 2019 beschlagnahmte das Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen der Städteregion Aachen bei Circus Balu 13 Tiere verschiedener Arten. Aufgrund der schlechten Witterung konnte der Zirkus den Stadtteil Imgenbroich (Monschau) nicht verlassen und brachte die Tiere in Anhängern unter. Missstände in der Pflege, gesundheitliche Probleme und Mängel in der Haltung führten zwar erst dazu, dass das Veterinäramt durchgriff und die Tiere beschlagnahmte, aber die Ponys, Lamas, Laufenten und Esel wurden nach kurzer Zeit dem Zirkus unter Auflagen zurückgegeben. Ein Kamel und ein Hahn, die sich in einem besonders schlechten Gesundheitszustand befanden, wurden vom Zirkus freiwillig abgegeben, außerdem zwei Ziegen. Dieses inkonsequente Handeln der Behörde führt dazu, dass sie in diesem Ranking zu den fünf schlechtesten Veterinärämtern zählt.
„Es ist beschämend, dass das Veterinäramt Städteregion Aachen die Tiere zunächst aus den schlimmen Zuständen im Circus Balu befreit und sie dann aber doch wieder zurückgegeben hat“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsindustrie bei PETA. „Einige Tiere waren Medienberichten zufolge unterernährt, litten unter Räude sowie verfaulten Hufe. Wer Tiere derart vernachlässigt, sollte mit einem Tierhalteverbot belegt werden, anstatt sie zurückzubekommen“
Veterinärämter sind für die Überwachung und den Vollzug des Tierschutzgesetzes in Deutschland zuständig. PETA meldet den Behörden jeden Monat zahlreiche Fälle von Tierquälerei und kontrolliert, ob und wie die Behörden daraufhin im Sinne des Tierschutzgesetzes tätig werden. Während in vielen Fällen in Zusammenarbeit mit Amtstierärzten sehr gute Erfolge für die Tiere erzielt werden, gibt es noch immer zu viele Behörden, die das Tierschutzgesetz und die entsprechenden Verordnungen und Richtlinien nicht umsetzen.
Seit 2012 kürt die Tierrechtsorganisation jährlich die aus Tierschutzsicht positiv oder negativ aufgefallenen Veterinärämter. Im Ranking wird stets die gesamte Behörde genannt, auch wenn oftmals einzelne Amtstierärzte positiv oder negativ hervorstachen.
Zeugen von Tierquälerei sollten sich an die zuständige Veterinärbehörde ihrer Stadt oder ihres Landkreises wenden. Beobachtungen sollten detailliert und sachlich zusammengefasst werden. Besonders hilfreich ist Bild- und Videomaterial. Empfehlung von PETA: Nach der Meldung beim Veterinäramt unbedingt so lange nachhaken, bis der Missstand beseitigt ist. Das kann ermüdend sein, ist aber oft die einzige Chance für das jeweilige Tier. Eine Übersicht mit ausführlichen Tipps, wie Zeugen gegen Tierquälerei vorgehen können, gibt es unter PETA.de/Whistleblower.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
Das Kamel aus dem Circus Balu befindet in einem sichtlich schlechten Zustand. / © Animals United e.V.
Das Motiv kann hier heruntergeladen werden.
Weitere Informationen:
PETA.de/Veterinaeraemter-2019
PETA.de/Veterinaeraemter-2018
PETA.de/Whistleblower
Pressekontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, [email protected]

