Tierquäler gesucht: Laut einem Facebook-Beitrag der Initiative Stadttauben e.V. in Witten entdeckten Passanten am Montag, dem 26. Oktober, zwei Taubenküken in einem Altpapiercontainer am Hellweg in Witten-Heven. Die Finder alarmierten die Feuerwehr, welche die Küken rettete und in die Obhut der Initiative übergab. Den Angaben zufolge waren die Vögel erst zweieinhalb Wochen alt und hatten großen Hunger. Inzwischen gehe es ihnen wieder besser. Sobald sich die Taubenkinder ausreichend entwickelt haben, sollen sie in den Wittener Taubenturm aufgenommen werden. [1]
PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich telefonisch bei der Polizei oder unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
„Die beiden Taubenküken waren vollständig auf die Fürsorge anderer angewiesen. Statt in Sicherheit aufzuwachsen, fanden sie sich in einem Altpapiercontainer wieder. Dass sie rechtzeitig entdeckt wurden, ist den aufmerksamen Passanten zu verdanken“, so Lisa Redegeld, Fachreferentin bei PETA. „Es ist erschreckend, wie häufig Übergriffe auf Tauben verübt werden. Fast täglich verzeichnen wir Fälle, bei denen die Vögel mit Luftdruckwaffen oder Armbrustpfeilen beschossen, mit ätzenden Flüssigkeiten übergossen, getreten oder anderweitig misshandelt werden. PETA fordert harte Strafen für Tierquäler – wer Tauben misshandelt, muss dafür zur Rechenschaft gezogen werden.“
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [2] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.
PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
