Tierrechtsorganisation betont: „Kraken sind keine Wegwerfartikel“
Zwischen 2020 und 2025 sind im Zoo Bremerhaven sieben Gemeine Kraken (Octopus vulgaris) gestorben. Drei davon allein im Jahr 2025, wie aus einer Statistik des Veterinäramts Bremen hervorgeht, die PETA vorliegt. Während die Besuchenden nur ein Tier sehen, wurde hinter den Kulissen zeitweise in einem Fall bereits ein „Ersatz“-Oktopus gehalten. Da Oktopusse in Gefangenschaft nicht gezüchtet werden können, handelt es sich bei ausgestellten Tieren in aller Regel um Wildfänge. Unter den Fischen verzeichnet der Zoo im selben Zeitraum mehr als 900 Todesfälle; zudem sind über 250 Individuen als „Abgang“ aufgeführt. PETA forderte die Zooleitung daher schriftlich auf, Fang und Haltung von Octopus vulgaris zu beenden und bot außerdem Unterstützung bei der Rückführung des derzeit gehaltenen Kraken an. Auch die Haltung von Fischen wie Seestichling, Große Seenadel, Dreistachliger Stichling und Seehase soll wegen der besonders hohen Abgangs- und Sterberaten beendet werden.
„Kraken sind keine Wegwerfartikel. Oktopusse werden im Meer gefangen, damit Zoobesucher die neugierigen, verspielten und hochintelligenten Tiere kurzzeitig betrachten können. Den Rest ihres Lebens verbringen sie in engen, reizarmen Glasbecken. Das ist grausam und muss beendet werden“, so Meeresbiologin Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Wassertiere bei PETA. „Webcams und virtuelle Angebote ermöglichen Menschen ein ethischeres Erlebnis als ein Oktopus, der alle paar Monate ersetzt werden muss.“
Meeresgenies und Verwandlungskünstler
Wissenschaftler der London School of Economics and Political Science haben nachgewiesen, dass Kraken hochintelligente und schmerzempfindliche Tiere sind, die Gefühle wie Freude, Angst und Aufregung empfinden [1]. Sie sind zu komplexen Denkleistungen fähig, nutzen Werkzeuge, lernen durch Beobachtung und kommunizieren über ihre Haut. Männliche Tiere können sich sogar als Weibchen tarnen, um Rivalen zu täuschen. Laut dem Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke sind Tintenfische verspielt und unterscheiden deutlich zwischen einzelnen Menschen und Tieren. Sie erkennen Gesichter wieder, verfügen über individuelle Charaktereigenschaften und zeigen Anzeichen von Langeweile, etwa indem sie Tinte auf Gegenstände spritzen. Zudem seien die Tiere unterschiedlich intelligent und könnten sogar psychische Auffälligkeiten entwickeln.
Kraken können nicht artgerecht in Gefangenschaft gehalten werden. Die neugierigen Tiere erkunden ständig ihre Umgebung und benötigen vielfältige Reize sowie Beschäftigungsmöglichkeiten. In kahlen Becken leiden sie unter Stress und Unterforderung. Werden sie mit Artgenossen in ein Aquarium gesperrt, kommt es häufig zu Angriffen und Kannibalismus. Zudem besitzen Kraken kein schützendes Skelett und sind deshalb besonders verletzungsanfällig. Wie ausgeprägt ihr Freiheitsdrang ist, zeigte 2016 die Krake Inky, der die Flucht aus einem Aquarium in Neuseeland gelang [2]. Kraken sind schlau und anpassungsfähig genug, um wieder ausgewildert zu werden.

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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
