Zwei tote Giraffen im Tierpark Hellabrunn innerhalb eines Jahres: PETA fordert Ende der Haltung

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Wie der Tierpark Hellabrunn mitteilte, wurde am vergangenen Donnerstag die 14-jährige Giraffendame Bahati tot im Gehege aufgefunden. Die Todesursache ist noch unbekannt, erste Untersuchungen deuten jedoch auf ein Trauma im vorderen Halsbereich hin. Dies ist der zweite plötzliche Todesfall bei den Giraffen in Hellabrunn innerhalb eines Jahres: Bereits im Dezember 2024 starb Giraffendame Taziyah. Vor diesem Hintergrund kritisiert PETA scharf, dass zoologische Einrichtungen weiter an der Zurschaustellung der sensiblen Paarhufer festhalten. Mindestens 45 Giraffen sind zwischen 2007 und 2025 in deutschen Zoos verfrüht gestorben. Sie sind meist ausgerutscht und dabei tödlich verunglückt oder haben Narkosen bei Operationen oder Untersuchungen nicht überlebt. Die Tierrechtsorganisation fordert ein Nachzucht- und Importverbot für Giraffen in deutschen Zoos und appelliert an die Zoodirektion sowie an Oberbürgermeister Dieter Reiter, die Haltung im Tierpark Hellabrunn zu beenden.

Bahati wurde 2011 im Frankfurter Zoo geboren. Dort wurde sie von Hand aufgezogen, da ihre Mutter Edita sie – ebenso wie weiteren Nachwuchs – nicht annahm [1, 2].

„Der aktuelle Fall in München zeigt erneut: Die empfindlichen Giraffen können in Gefangenschaft nicht tiergerecht gehalten werden und haben nichts im Zoo zu suchen“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Auswilderungen aus deutschen Zoos finden nicht statt, weshalb auch das Argument des Artenschutzes nicht zählt. Vielmehr vegetieren die Paarhufer häufig verhaltensgestört in beengten Zoogehegen lebenslänglich vor sich hin.“

Giraffen in Zoos leiden unter gesundheitlichen Problemen und Verhaltensstörungen

In der Natur leben Giraffen in komplexen und wechselnden Sozialverbänden. Sie beanspruchen Gebiete von vielen Quadratkilometern und erleben eine Vielzahl von Umweltreizen. Der Zooalltag hingegen ist geprägt von eingeschränkten Sozialkontakten in beengten und eintönigen Zoogehegen, insbesondere im Winter. Da die Tiere nicht an niedrige Temperaturen angepasst sind, verbringen sie die meiste Zeit eingesperrt im Stall. Zudem leiden Giraffen in Zoo-Gefangenschaft häufig unter Verhaltensstörungen – laut dem europäischen Zoo-Dachverband EAZA in fast jedem Zoo. [3] Durch die artwidrigen Haltungsbedingungen sind auch gesundheitliche Probleme wie Lahmheit und übergewachsene Klauen häufig. [4] Das Zoopublikum lernt somit nichts über das natürliche Verhalten und die Lebensverhältnisse der Tiere.

Giraffenhaltung leistet keinen Beitrag zum Artenschutz

Giraffen im Zoo sterben häufig deutlich vor dem Erreichen ihrer natürlichen Lebenserwartung. [3] Aufgrund ihrer empfindlichen Anatomie sind die langbeinigen Paarhufer in Zoos hohen Risiken ausgesetzt, die in den artwidrigen Gehegen immer wieder zu Stürzen und tödlichen Verletzungen führen. Enge Boxen, rutschige Böden und riskante Transporte sind charakteristisch für eine tierschutzwidrige Haltung, die zu auffällig hohen Unfall- und Sterberaten bei Giraffen führt. Einen Beitrag zum Artenschutz leisten Zoos nicht, denn in deutschen Zoos geborene Giraffen werden nicht ausgewildert. Derzeit werden Millionen an Steuergeldern für die Aufrechterhaltung der deutschen Zoobetriebe aufgebracht. PETA fordert, diese stattdessen direkt in Artenschutzprojekte in den Herkunftsländern bedrohter Tierarten zu investieren, um ihr Überleben dort zu sichern.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Adelhardt, Andrea und Helmut Möller (2011): Pfleger Gerd ist jetzt meine Mama. Online abrufbar unter: https://www.bild.de/regional/frankfurt/giraffe/pfleger-gerd-ist-jetzt-meine-mama-21150956.bild.html (27.10.2025)
[2] Zoo Frankfurt (2013): Neugeborene Giraffe von Mutter verstoßen. Online abrufbar unter: https://www.zoo-frankfurt.de/de/news/news-detail/neugeborene-giraffe-von-mutter-verstossen (27.10.2025)
[3] Born Free USA (2022): Confined Giants: The Plight of Giraffe in Zoos, online abrufbar unter: https://www.bornfreeusa.org/campaigns/animals-in-captivity/confined-giants. (27.10.2025)
[4] Dadone, Liza. (2018). Lameness Diagnosis and Management in Zoo Giraffe. Erschienen in Fowler’s Zoo and Wild Animal Medicine Current Therapy, Band 9, Seite 623-629.

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