Fünf tote Waschbären bei Freudenberg entdeckt – PETA bietet 1.000 Euro Belohnung für Hinweise

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Hinweise gesucht: Laut einem Polizeibericht wurden im Uferbereich eines Biotops bei Freudenberg fünf tote Waschbären entdeckt. Kinder fanden die Tiere vergangenen Sonntag beim Spielen. Die Waschbären lagen im Wasser, am Uferbereich und in einer Hecke. Den Angaben zufolge geht die Polizei davon aus, dass die Tiere an dieser Stelle nicht auf natürliche Weise ums Leben gekommen sind, sondern von Unbekannten gezielt am Gewässer „entsorgt“ wurden. Keiner der Waschbären wies Schusswunden, Hinweise auf eine Vergiftung oder sonstige Spuren von Gewalt auf. Auch eine Seuchengefahr bestehe nicht. Die Polizei ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und bittet um Hinweise.

PETA setzt Belohnung aus

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

„Die Tiere müssen dringend obduziert werden, um ihre Todesursache festzustellen. Wegen der unberechtigten Stimmungsmache gegen Waschbären werden sie manchmal in Lebendfallen gefangen und anschließend ertränkt. Es gibt keinen wildbiologischen Grund dafür, diese Tierart zu bejagen. Das sinnlose Töten und die Stigmatisierung als ‚invasiv‘ sollte eine aufgeklärte Gesellschaft hinter sich lassen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Wir fordern harte Strafen für Tierquäler, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Wer wehrlose Tiere umbringt, der schreckt möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten gegenüber Menschen zurück.“

Die Intensiv-Land- und Forstwirtschaft ist für den Rückgang der Artenvielfalt verantwortlich

Für den Verlust der biologischen Vielfalt in Europa ist die intensive die Land- und Forstwirtschaft zu wesentlichen Teilen verantwortlich. Langjährige Forschungsergebnisse von führenden Waschbär-Experten in verschiedenen Habitaten zeigen auf, dass der Waschbär keine wesentliche Gefahr für die Natur und Artenvielfalt darstellt. Die Tiere ernähren sich in der Regel vornehmlich von leichter Beute, wie Regenwürmern, Insekten oder Obst. [1], [2], [3] Die Listung des Waschbären auf der Unionsliste invasiver Arten hat zur Folge, dass die Tierart systematisch verfolgt und getötet wird – oft mit überaus grausamen Methoden. In einigen Bundesländern Deutschlands wurden Schonzeiten verkürzt, was eine Tötung von Elterntieren und einen qualvollen Tod des Nachwuchses zur Folge haben kann. Allein im Jagdjahr 2023/2024 wurden über 200.000 Waschbären in Deutschland getötet. Viele auf regionaler Ebene tätige politische Entscheidungstragende, Behördenvertretungen und Medien gehen von der falschen Annahme aus, dass die Nennung des Waschbären auf der Unionsliste einem Jagdauftrag gleichkomme. Für viele Hobbyjäger ist die Listung auch ein willkommener Vorwand, um noch mehr Tiere zu töten.

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Michler B. (2015): Unsuspicious immigrant or ecological threat: A long-term fieldwork study on the introduced raccoon in Germany ECM Stockholm 2015
[2] Michler, B.A./Michler, F.-U./Rieger, S./Roth, M. (2014): Effects of raccoon settlement in Germany – a closer look at the ecology of an unfamiliar invasive species. In: Ulbrych, L.; Jankow, W.; Zalewski, A.; Wypychowski, K. (eds.): Ekologia i wplyw na srodowisko gatunków inwazyjnych. – Park Narodowy „Ujscie Warty“, pp. 69-71.
[3] Hohmann, U. im Interview mit Saurer, M. (2017): Invasive Art: Jetzt streunen die Waschbären durch unsere Wälder. In: Badische Zeitung. Abrufbar unter: https://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/jetzt-streunen-die-waschbaeren-durch-unsere-waelder–135843094.html (Zuletzt eingesehen am 24.04.2025)

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