Termineinladung: PETA protestiert mit blutiger Aktion in Göttingen gegen Experimente an Affen – „Beim Menschen wäre es Folter“

Wie es ist, von jemandem im Namen der Wissenschaft den Kopf aufgebohrt zu bekommen, veranschaulicht PETA am Samstag, 4. Oktober, ab 9:45 Uhr am Gänseliesel-Brunnen in Göttingen: Zwei Menschen in Laborkitteln führen blutige Hirnexperimente an einer anderen Person in hautfarbener Unterwäsche durch. Um die Gruppe herum liegen zahlreiche weitere scheinbar tot auf dem Boden. Mit der Aktion möchte PETA darauf aufmerksam machen, dass aktuell noch in sechs deutschen Städten – darunter auch in Göttingen – Experimente an Affen stattfinden, obwohl es längst tierleidfreie Forschungsmethoden gibt.

Details zur Aktion:
Datum: Samstag, 4. Oktober 2025
Uhrzeit: 09:45 bis 10:45 Uhr
Ort: Gänseliesel-Brunnen, Markt, 37073 Göttingen
Kontakt vor Ort: Sabrina Engel (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her.)

„Ob Göttingen, Tübingen oder Frankfurt am Main – noch immer werden in Deutschland wehrlose Affen in Labore gesperrt, an Gestelle geschnallt und nach Jahren des Leids umgebracht“, so Sabrina Engel, Biotechnologin und Fachreferentin bei PETA. „Den Tieren wird völlig legal der Kopf aufgebohrt und Wasser zum Trinken verwehrt – dieses grausame Unrecht muss endlich gestoppt werden.“

Schwer invasive Experimente mit Wasser- und Nahrungsentzug

Im Deutschen Primatenzentrum in Göttingen werden nach wie vor Experimente an Affen durchgeführt. So auch in Bremen, Tübingen, Marburg, Magdeburg und Frankfurt am Main. Bei diesen schwer invasiven Hirnexperimenten implantieren Experimentatoren den Tieren teils große Gerätschaften in die Schädel. Mit Wasserentzug zwingen sie die Tiere dann, bei Versuchen „mitzumachen“. Anschließend werden sie entweder zum Sezieren ihres Gehirns getötet oder müssen für weitere Tests herhalten. Schon der Handel mit Affen, unter anderem für Versuchslabore, verursacht großes Tierleid und befeuert das Artensterben. Denn besonders Langschwanzmakaken werden in ihrem natürlichen Lebensraum in Südostasien jährlich tausendfach eingefangen und in verschiedene Länder, darunter auch Deutschland, verschleppt. [1] [2]

Ergebnisse aus Tierversuchen kaum übertragbar – PETA startet Bundestagspetition

Dabei sind die Ergebnisse dieser Experimente oft nicht auf Menschen übertragbar. Die Gehirne von Primaten unterscheiden sich nicht nur in der Gesamtgröße, sondern auch in strukturellen, genetischen und funktionellen Details. [3] PETA macht sich dafür stark, dass ein Ausstiegsplan aus Tierversuchen erarbeitet und auf für den Menschen aussagekräftige, moderne Forschungsmethoden gesetzt wird. In einer aktuellen Petition fordert die Tierrechtsorganisation gemeinsam mit „Ärzte gegen Tierversuche“ die Bundesregierung dazu auf, gezielt Maßnahmen zu ergreifen und das Leid der Tiere zu beenden.

Missstände im Ernst-Strüngmann-Institut in Frankfurt am Main

Im Februar 2023 hatten „Ärzte gegen Tierversuche“ (ÄgT) und PETA den zuständigen Behörden anonym erhaltene Hinweise zu schweren tierschutzrechtlichen Verstößen in der Primatenhaltung am Ernst-Strüngmann-Institut (ESI) in Frankfurt am Main gemeldet. Außerdem erstattete PETA Strafanzeige gegen die Verantwortlichen im Institut. Anfang 2024 wurde weiter bekannt, dass sowohl die Tierärztin und bisherige Tierschutzbeauftragte als auch der Tierhausleiter ihre Positionen am ESI zu Ende Februar gekündigt hatten. Trotzdem haben die zuständigen Behörden die vorliegenden Haltungs- und Tierversuchsgenehmigungen nicht widerrufen. Die Organisation ÄgT stellte dann im April 2024 Strafanzeige gegen die zuständige Genehmigungsbehörde, das Regierungspräsidium Darmstadt. Wegen des tagelangen Todeskampfes einer Ratte hat auch „SOKO Tierschutz“ im Sommer letzten Jahres Strafanzeige gegen die Verantwortlichen am Institut erstattet. Das Angebot, den seit über 20 Jahren in Versuchslaboren gefangen gehaltenen Affen Gandalf als einen ersten Schritt an eine Auffangstation zu übergeben, schlug das Institut damals aus. Erst als bekannt wurde, dass die Haltung einiger der Tiere gesetzwidrig ist, begann das Institut, für diese nach geeigneten Plätzen zu suchen.

Mit Laborkitteln bekleidete Aktive von PETA UK experimentieren an einem nackten Menschen bei einer ähnlichen Aktion. / © Harvey Giles

Dieses und ein weiteres Motiv können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Erikson Gamalo, Lief; Ilham, Kurnia; Jones-Engel, Lisa u. a.: Removal from the wild endangers the once widespread long-tailed macaque. Online abrufbar unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ajp.23547 (26.09.2025)

[2] Frentzen, Carola: Forscher befürchten, dass ihnen bald die Affen ausgehen. Online abrufbar unter: https://www.welt.de/wissenschaft/article247356632/Tierversuche-Forscher-befuerchten-dass-ihnen-die-Affen-ausgehen.html (26.09.2025)

[3] Bailey, J., Taylor, K.: Non-human primates in neuroscience research: The case against its scientific necessity. Altern Lab Anim. 2016 Mar;44(1):43-69. doi: 10.1177/026119291604400101. PMID: 27031602

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