„Internationale Jagd- und Schützentage“ in Neuburg: PETA kritisiert Hubert Aiwanger für Unterstützung der Jagdmesse

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Von Freitag bis Sonntag finden die „Internationalen Jagd- und Schützentage“ im Schloss Grünau in Neuburg statt – inklusive „Jagdhundevorstellung“ und „Greifvogelvorführung“. PETA kritisiert die Veranstaltung scharf: Obwohl es keinen nachvollziehbaren Grund gibt, Tierarten wie Füchse, Vögel und Marder zu jagen, töten Jäger und Jägerinnen bundesweit über fünf Millionen Wildtiere sowie schätzungsweise rund zweihunderttausend Katzen sowie zahlreiche Hunde pro Jahr – vornehmlich als Freizeitbeschäftigung oder unter dem Stichwort „Naturverbundenheit“. Jagdmessen verharmlosen nicht nur den grausamen Umgang mit den sensiblen Tieren, sondern machen sogar Werbung für das tödliche Hobby. Die Tierrechtsorganisation kritisiert insbesondere Hubert Aiwanger für seine Unterstützung der Messe, der auf der Internetseite der Messe für die Eröffnung als „Bayerischer Jagdminister“ mit Grußwort angekündigt wird. PETA setzt sich für ein Verbot der Hobbyjagd ein.

„Die Lobbyarbeit von Staatsminister Hubert Aiwanger für ein blutiges und grausames Hobby ist beschämend. Dass laut Programm zahlreiche Hunde und Wildvögel dem Messestress ausgesetzt und vorgeführt werden, verdeutlicht, wie wenig Bedeutung dem Tierschutz beigemessen wird“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Unter Vorwänden wie vermeintlichem Artenschutz töten Hobbyjäger jedes Jahr Millionen Tiere als Freizeitbeschäftigung. Zudem werden jedes Jahr unzählige Tiere durch Fehlschüsse verwundet und sterben dabei einen langsamen und qualvollen Tod.“

Renommierte Fachleute bestätigen: Jagd ist grausam und überflüssig

Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten statt. [1] Auch englische Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. [2] Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Bei der Hobbyjagd kommt es zudem immer wieder zu schweren Jagdunfällen, bei denen auch Menschen verletzt oder sogar getötet werden. Die Jagd ist nach Auffassung von PETA unnötig, kontraproduktiv und grausam.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Reichholf, J. H.: Die Wahrheit über die Jagd – Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen. TV-Dokumentation SWR BW. Abgerufen am 15.05.2014.
[2] Baker, P., Harris, S. & White, P. (2006): After the hunt: The future for foxes in Britain. Report. University of Bristol/University of York. / Baker, P. & Harris, S. (2006): Does culling reduce fox (Vulpes vulpes) density in commercial forests in Wales, UK? Springer-Verlag 2005.

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