Mehrere teils grausam zugerichtete Wildtiere in Hamburg-Bergedorf entdeckt – PETA bittet Veterinäramt um Prüfung

Hinweis: Diese Meldung enthält Bildmaterial eines toten, schwer zugerichteten Tieres.

Laut einer Whistleblower-Meldung wurden am 9. August in Hamburg-Bergedorf nahe der Dove-Elbe mehrere tote Wildtiere teils grausam zugerichtet aufgefunden. Eine hinweisgebende Person sei starkem Verwesungsgeruch bis zu einer im Unterholz verborgenen Stelle gefolgt. Dort habe sie eine tote Nutria entdeckt, deren Körper augenscheinlich auf einem Metallstab aufgespießt war. Zudem sollen Überreste weiterer Tiere, mutmaßlich Rehe, auf dem Boden gelegen und in Bäumen gehangen haben. PETA informierte das zuständige Bezirksamt Bergedorf am 11. August über die gemeldeten Funde und bat um eine Prüfung. Insbesondere sollte nach Auffassung der Tierrechtsorganisation geklärt werden, wie die Tiere zu Tode kamen, wer dafür verantwortlich ist und ob ein Zusammenhang mit der Jagd besteht.

„Die Schilderungen und das uns vorliegende Bildmaterial sind äußerst besorgniserregend. Wir bitten die zuständigen Behörden, die Hintergründe der Tierfunde gründlich aufzuklären“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Sollte sich herausstellen, dass jagdausübende Personen Tiere auf diese Weise zugerichtet oder ihre Körper derart zurückgelassen haben, fordern wir konsequente waffen- und jagdrechtliche Maßnahmen.“

Die Nutria war augenscheinlich auf einem Metallstab aufgespießt. / © PETA Deutschland e.V.

Das Foto kann hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] PETA Deutschland e.V. (2018): Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei. https://www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/Broschuere-A5-Menschen_die-Tiere-quaelen-2019-04-print24.pdf.

Kontakt

Kontakt
Kopieren