Kein Entkommen: Einem Medienbericht zufolge ist am vergangenen Sonntagmorgen gegen 8 Uhr ein Feuer in einem landwirtschaftlichen Betrieb im niedersächsischen Wardenburg ausgebrochen. Etwa 18.000 Hühner starben qualvoll in den Flammen. Der Stall brannte komplett aus. Weitere 2.000 Tiere konnten gerettet und in einem Nebengebäude untergebracht werden. Rund 100 Einsatzkräfte waren vor Ort, wobei eine Photovoltaikanlage auf dem Dach die Löscharbeiten zusätzlich erschwerte. Als Brandursache wird ein technischer Defekt vermutet. PETA hat am 3. November Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg erstattet.
„Nach Auffassung von PETA wurde der Tod eines jeden Tieres, das bei einem Stallbrand aufgrund mangelnder Brandschutzmaßnahmen stirbt, billigend in Kauf genommen“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Neben der Verantwortung der Tierhaltenden ist es auch Aufgabe der Politik, gesetzliche Regelungen zu verschärfen, um die Tiere vor dem Verbrennen zu schützen. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher können einen Beitrag leisten: Denn würden alle Menschen vegan leben, ließen sich solche Vorfälle grundsätzlich vermeiden.“
PETA dankt den am Einsatz beteiligten Feuerwehrkräften sowie allen Helfenden, die sich in dieser traumatisierenden Rettungsaktion für die Tiere eingesetzt haben.
Mangelnder Brandschutz in vielen Tierställen
PETA kritisierte in der Vergangenheit wiederholt bestehende Brandschutzverordnungen, da ein Schutz der Tiere so gut wie nicht geregelt ist. Selbst diese unzureichenden Schutzmaßnahmen werden in der Praxis meist nicht umgesetzt. Zudem kommt es durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung – wie auch bei diesem Brand – häufig zu Verzögerungen, welche die Rettung der Tiere verhindern. Jährlich sterben so zehntausende Tiere bei Stallbränden, weil selbst die mangelhaften gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten werden.
Landwirtschaftliche Tierhaltung bedeutet immer Tod
Tiere, die zu Ernährungszwecken gehalten werden, gelten als reine Produktionsgüter. Verbrennen oder ersticken sie bei einem Stallbrand, wird ausschließlich der entstandene Sachschaden berechnet. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung bedeutet jedoch nicht nur ein Brandfall Leid und Tod. Ganz gleich, ob Rind, Schwein oder befiederte Tiere, ob konventionelle oder ökologische Haltung: Tiere als leidensfähige Lebewesen werden anhand ihrer Leistung und ihres Nutzens für den Menschen beurteilt. Für Fleisch, Milch und Eier werden sie ausgebeutet und getötet, obwohl sie ihr natürliches Lebensalter nicht annähernd erreicht haben.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
