Rund 1.100 Rinder getötet
Medienberichten zufolge ist an vier Standorten eines Betriebs im Kreis Kleve das hochansteckende Bovine Alphaherpesvirus 1 (BHV-1) ausgebrochen. Insgesamt wurden rund 1.100 Rinder getötet, bei denen eine Infektion nachgewiesen oder vermutet wurde. Statt Massentötungen fordert PETA einen grundlegenden Wandel in der Landwirtschaft: weg von der Tierhaltung, hin zu veganem Ökolandbau. Die Tierrechtsorganisation appelliert an Landrat Christoph Gerwers, Ausstiegsprogramme für Betriebe zu stärken.
„Solche Seuchen sind nicht lediglich ein Naturereignis, sondern auch das Ergebnis der ausbeuterischen Tierindustrie“, erklärt Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Derzeit sind in Deutschland mehr als zehn verschiedene Krankheitserreger im Umlauf, die Rinder, Hühner und Schweine befallen. Betroffene Tiere zu töten, ist kein hinnehmbarer Umgang. Die Politik muss endlich auf eine tierfreie Landwirtschaft hinarbeiten.“
PETA hat im Mai 2025 einen Strategieplan für den Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Organisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann – um die Zukunft aller Lebewesen zu sichern sowie der Klimakatastrophe zu begegnen.
Tierindustrie führt zu Tierseuchen
Deutschland gilt seit 2017 offiziell als frei vom Bovinen Alphaherpesvirus 1. Das Friedrich-Loeffler-Institut legte 2023 trotzdem ein Gutachten mit Überwachungs- und Präventionsmaßnahmen vor [1], denn das Virus kann im Körper von Rindern überdauern, ohne dass sie Erkrankungsanzeichen zeigen. Laut Institut könne die Virusvermehrung und -ausscheidung durch Stress wieder einsetzen, beispielsweise durch Transporte, Geburten oder durch das Zusammenstellen neuer Gruppen. Die Infektion wird hauptsächlich über Kontakt zwischen den Tieren und den Handel mit ihnen übertragen und kann tödlich enden. Kommt es zu einem Ausbruch, werden in der Regel alle Rinder getötet, um eine Ausbreitung in andere Betriebe zu verhindern. [2]
Hunderte Millionen Individuen sind in den Betrieben in Deutschland auf engem Raum eingesperrt. Viele sterben bereits früh an den Folgen von Qualzucht, Erschöpfung und anderen gesundheitlichen Problemen oder werden deshalb noch früher im Schlachthaus getötet. Deshalb bringen die Betriebe immer wieder neue Tiere in bestehende Gruppen, was für die Tiere Dauerstress bedeutet. Auch der internationale Transport unzähliger Tiere trägt dazu bei, dass Seuchen im In- und Ausland verbreitet werden.
Konsum tierischer Produkte ist eine der Hauptursachen für Zoonosen
Drei von vier aller neu auftretenden Krankheitserreger sind sogenannte Zoonosen, wurden also vom Tier auf den Menschen übertragen. Bereits 2004 nannte die Weltgesundheitsorganisation WHO die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Zoonosen. [3] COVID-19, die Vogelgrippe H5N1, die SARS-Pandemie, das MERS-CoV, das Ebolafieber und sogar Aids, sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: die Ausbeutung von Tieren. [4]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
