Verheerende Lebensumstände: PETA erreichte eine anonyme Meldung zu einer tierquälerischen Rinderhaltung in einem Betrieb im Landkreis Bamberg. Die Aufnahmen zeigen Rinder in Anbindehaltung, die teilweise auf Kotgittern liegen. Viele der Tiere sind mit Fäkalien beschmiert und haben bereits eingetrocknete Kotplatten am Körper. Laut der Meldung sollen die Rinder ganzjährig angebunden sein. PETA hat am 9. Juni Straf- und Ordnungswidrigkeitenanzeige bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth erstattet wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Die Tierrechtsorganisation fordert die Bundesregierung auf, ein ausdrückliches Verbot der Anbindehaltung von Rindern für ganz Deutschland zu erlassen und einen Ausstieg aus der tierhaltenden Landwirtschaft auf den Weg zu bringen.
„Die Anbindehaltung von Rindern ist tierschutzwidrig, da den Tieren erhebliche länger andauernde Leiden zugefügt werden. Das Haltungssystem muss endlich bundesweit verboten werden“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Rinder dürfen nicht länger in Ställen festgekettet werden, sondern müssen als fühlende Individuen ihr Recht auf Bewegung, körperliche Unversehrtheit und Freiheit in Anspruch nehmen können. Wer jegliche Ausbeutung von Tieren nicht mitverantworten will, lebt vegan.“

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Neuer Kurs in Niedersachsen: Anbindehaltung verstößt gegen das Tierschutzgesetz
PETA erstattete bereits in mehr als 120 Fällen bundesweit Strafanzeige gegen Betriebe mit Anbindehaltung. Allerdings stellten die Staatsanwaltschaften die meisten Verfahren ein, da die weitverbreitete Anbindehaltung als zulässig angesehen wurde. Dies könnte sich nun ändern: Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen ein landesweites Verbot der Anbindehaltung von Rindern eingeführt – weil sie gegen das Tierschutzgesetz verstößt. [1] Damit orientiert sich das niedersächsische Landwirtschaftsministerium an der aktuellen Rechtsprechung. Danach können Veterinärämter spezifische Maßnahmen zum Schutz von Tieren anordnen, auch wenn die Vorgaben des Tierschutzgesetzes nur allgemein formuliert sind. Nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung und der Rechtswissenschaft hat nunmehr auch die politische und ministeriale Ebene (zumindest in Niedersachsen) das Problem erkannt.
Massive Einschränkung natürlicher Verhaltensweisen
Rinder in Anbindehaltung erfahren unzumutbares körperliches und psychisches Leid. Die Tiere werden gezwungen, an ein und demselben Platz im Stall zu essen, zu ruhen, zu stehen, zu liegen, zu koten und zu urinieren, und können sich dabei nicht einmal umdrehen. Zahlreiche juristische Aufsätze thematisieren, dass die Anbindehaltung von Rindern den Tatbestand der quälerischen Tiermisshandlung nach § 17 Nr. 2 lit. b) Tierschutzgesetz erfüllt, da die Tiere hierdurch in nahezu allen ihren natürlichen Verhaltensweisen und Grundbedürfnissen stark eingeschränkt werden. Dies wird auch „erzwungenes Nichtverhalten“ genannt. [2] Die dauernde Fixierung beeinträchtigt das Wohlbefinden der Rinder derart, dass erhebliche Leiden verursacht werden.
PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft
Die tierhaltende Landwirtschaft tötet jedes Jahr allein in Deutschland über 750 Millionen fühlende Lebewesen und gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. [3] Eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft würde das Leben künftiger Generationen sichern sowie die Folgen der Klimakatastrophe abmildern. PETA hat deshalb Ende Mai 2025 einen Strategieplan zum Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
