Vier Schafscherer wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz angeklagt – nach PETA Asien-Aufdeckung zur neuseeländischen Wollindustrie

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Vier Schafscherer wurden wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das neuseeländische Tierschutzgesetz angeklagt. Das Ministry for Primary Industries (MPI) ermittelte aufgrund von Beweisen, die während der Recherchen von PETA Asien bei mehr als 30 Wollbetrieben in Neuseeland gesammelt wurden. Das Material zeigte auch die Zustände in elf ZQ-zertifizierten Betrieben, was die Unzuverlässigkeit dieses Zertifizierungssystems offenlegt.

„Persönliche Verantwortung bleibt der einzige Schutz vor Grausamkeit. Mitarbeitende in der Wollindustrie werden nachdrücklich dazu ermutigt, Missstände an ihren Arbeitsplätzen zu melden. Unterdessen muss die Öffentlichkeit akzeptieren, dass Wolle bedeutet, dass Schafe leiden und letztendlich für ein Kleidungsstück geschlachtet werden. Das Nichtkaufen von Wolle ist der schnellste und effektivste Weg, diese widerwärtige Industrie zugrunde zu richten“, so Jason Baker, Präsident von PETA Asien. „Da zudem kein einziger Vorgesetzter oder Arbeiter in den von den PETA-Ermittlern besuchten Betrieben eingriff, um die Misshandlung von Schafen zu unterbinden, fordern wir, dass alle Schafschurhallen unverzüglich mit Live-Streaming beginnen.“

Das MPI hat insgesamt 21 Anklagen gegen die vier Schafscherer erhoben. Die Gerichtsverhandlungen finden im April und Mai landesweit statt. PETA Asien hatte im Dezember 2024 mehr als 230 Videodateien und andere Beweise vorgelegt, die die weit verbreitete Grausamkeit der Schafscherer gegenüber Schafen dokumentierten. Das MPI hat einen Haftbefehl gegen eine der vier angeklagten Personen erlassen.

PETA Asien lobt die neuseeländische Regierung für ihr Handeln, weist jedoch darauf hin, dass die Anklagepunkte nur einen Bruchteil der dokumentierten Misshandlungen ausmachen. Die Tierrechtsorganisation merkt außerdem an, dass die Anklagen das psychische Trauma, das bei Tausenden von Schafen während der Ermittlungen deutlich sichtbar war, nicht angemessen berücksichtigen. PETA Asien möchte, dass Einzelpersonen für das Zufügen seelischer Qualen sowie körperlicher Schäden an schutzbedürftigen Tieren zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Videoaufnahmen aus den Ermittlungen von PETA Asien zeigen Schafscherer, die verängstigte Schafe schlagen, treten und Rutschen hinunterwerfen, sodass sie auf den harten Boden aufschlagen.  Es sind Arbeiter zu sehen, die Löcher in die Ohren von Lämmern schneiden und ihnen mit einem heißen Eisen die Schwänze verbrennen und abschneiden. Andere nähen klaffende Wunden der Tiere ohne Schmerzmittel grob zusammen, schlagen sie mit stumpfen Gegenständen und knien auf ihren Hälsen, um sie zu fixieren. Außerdem gibt es Bilder von toten Schafen, die auf den Grundstücken verstreut liegen.

Neuseeland ist der drittgrößte Wollproduzent allgemein und der zweitgrößte von Merinowolle. PETA-Organisationen haben inzwischen zahlreiche Enthüllungsberichte über fast 150 Wollbetriebe in sieben Ländern auf vier Kontinenten veröffentlicht. Sie zeigen, dass selbst auf vermeintlich nachhaltigen und verantwortungsvollen Farmen extreme Grausamkeit und Gewalt vorkommen. Solange Menschen Wolle tragen, werden Schafe als Ware behandelt und weiterhin körperliche und seelische Qualen erleiden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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