Termineinladung: „Warum scheißt ihr auf Tierschutz?“ PETA- protestiert als Persönlichkeiten verkleidet auf Toiletten vor Deutschem Bauerntag in Freiburg

Aktivisten sitzen auf Klo und demonstrieren gegen den Bauerntag in Berlin 2025

Am Mittwoch beginnt der diesjährige Deutsche Bauerntag in Freiburg unter dem Motto „Landwirtschaft stärken – Versorgung sichern“. Der Verband gibt vor, einen Politikwechsel anzustreben und die Landwirtschaft inklusive Tierhaltung für alle zukunftsfest zu machen. Ein Widerspruch in sich, wie PETA betont. Gegen diese Augenwischerei protestiert die Tierrechtsorganisation am Mittwoch ab 11:30 Uhr am Eingang der SICK-Arena in Freiburg. Drei Aktive sitzen als Alois Rainer, Joachim Rukwied und Günther Felßner verkleidet demonstrativ auf Toiletten. Mit Schildern wie „Ich scheiß auf Tierschutz“, „Ich scheiß auf tierfreie Landwirtschaft“, „Ich scheiß auf eure Zukunft“ und „Ich scheiß auf Fortschritt“ machen sie darauf aufmerksam, dass Politik und Agrarlobby dringend notwendige Reformen für Tiere, Umwelt und Klima seit Jahren ausbremsen. PETA appelliert an den Deutschen Bauernverband, den großen Worten endlich Taten folgen zu lassen und den Übergang zu einer tierfreien Landwirtschaft aktiv mitzugestalten.

Details zur Aktion:

Datum: Mittwoch, 24. Juni 2026
Uhrzeit:  11:30 bis 12:15 Uhr
Ort: vor dem Eingang der SICK-Arena (Halle 4), Neuer Messpl. 1, 79108 Freiburg im Breisgau
Demoaufbau: Aktive tragen Masken von Alois Rainer, Joachim Rukwied sowie Günther Felßner und sitzen auf Toiletten. Die Figur Alois Rainer hält ein Schild mit der Aufschrift „Ich scheiß auf Tierschutz“. Günther Felßner erscheint mit den Botschaften „Ich scheiß auf tierfreie Landwirtschaft“ sowie „Ich scheiß auf Fortschritt“. Joachim Rukwied präsentiert das Schild „Ich scheiß auf eure Zukunft“.
Ansprechperson vor Ort: Lisa Kainz, gerne stellen wir den Kontakt her

„Der Deutsche Bauerntag gibt sich zukunftsorientiert, doch immer wieder zeigt sich, dass die Verbände nur eins wollen: ein weiter so mit Tierausbeutung, Umweltbelastung und Ungerechtigkeit. Veränderungen im Tierschutzgesetz werden blockiert, Umweltauflagen mit Druck auf die Politik umgekehrt und immer wieder zeigen Bilder das qualvolle Leben von Tieren in der Landwirtschaft“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und PETAs Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. „Doch wir alle haben es in der Hand und können die vegane Ernährung und die tierfreie Landwirtschaft vorantreiben – für einen Fortschritt, der allen etwas nützt.“

Der Deutsche Bauernverband

Der Deutsche Bauernverband (DBV) ist die mächtigste Interessenvertretung der landwirtschaftlichen Berufe. Etwa 90 Prozent der 275.000 deutschen Agrarbetriebe sind Mitglied. Durch direkten Zugang zu Ausschüssen, Ministerien und Parteien nimmt der Verband massiven Einfluss auf Gesetzgebungsverfahren und blockiert zentrale Reformen in Tier-, Umwelt- und Klimaschutz. Selbst Vorschläge der EU zur Begrenzung von Pestiziden oder zur Verbesserung der Tierhaltung werden systematisch abgelehnt. Präsident des Bauernverbandes ist der Multifunktionär und ehemalige CDU-Kommunalpolitiker Joachim Rukwied. Für die vergangene Bundestagswahl warb der DBV für Günther Felßner als neuen Bundeslandwirtschaftsminister, obwohl dieser ein vorbestrafter Umweltsünder ist. Allein 2023 gab der Verband bis zu 4,49 Millionen Euro für Lobbyarbeit aus. Geld für eine Agrarpolitik, die die Profite der Reichen sichert und dafür Tiere, Klima und die Lebensgrundlagen künftiger Generationen opfert.

Die Probleme der Tierwirtschaft

Die tierhaltende Landwirtschaft hat mehr Treibhausgase zur Folge als der gesamte weltweite Verkehrssektor. Hinzu kommt ein rasantes Artensterben, befeuert durch Pestizide und Monokulturen. Zudem beansprucht der Anbau von Tiernahrung enorme landwirtschaftliche Anbauflächen. Nicht zuletzt verursacht die Tierindustrie massives Leid: Allein in deutschen Schlachthöfen werden jedes Jahr rund 750 Millionen fühlende Lebewesen getötet.

Die Lösung: PETAs Ausstiegsplan

Im Mai 2025 hat PETA das White Paper Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht. Darin wird die Notwendigkeit einer tierfreien Landwirtschaft dargelegt und es werden die großen Chancen dieser Form der Agrarwirtschaft beleuchtet. Der Plan gibt praktikable Maßnahmen an die Hand, wie der Ausstieg aus der Tierhaltung beschritten und gleichzeitig ein Ausbau der veganen Ökolandwirtschaft und alternativen Lebensmittelproduktion beschleunigt werden kann. Die Chancen, die sich mit einer Landwirtschaft ohne Tierhaltung ergeben, gehen weit über die Reduktion von Treibhausgasen hinaus und sind enorm. Direkte Emissionen in Höhe von mindestens 113 Megatonnen CO₂-Äquivalenten können pro Jahr eingespart werden. Alle inländischen Grünflächen (4,9 Millionen Hektar) und alle ausländischen Flächen, auf denen Tiernahrung angebaut wird (mindestens 2,7 Millionen Hektar), werden frei und können für Renaturierungen genutzt werden. Auch die Biodiversität profitiert davon, die Versorgungssicherheit nimmt zu, die Gefahr für Pandemien und Antibiotikaresistenzen sinkt.

Aktivisten sitzen auf Klo und demonstrieren gegen den Bauerntag in Berlin 2025

Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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