Anfrage für tierfreundliche Alternative: Der Memminger Fischertagsverein, der vor 126 Jahren gegründet wurde, feiert am letzten Juliwochenende wieder den sogenannten Fischertag. Dabei steigen jedes Jahr über tausend Menschen in den Stadtbach und wetteifern dort darum, wer die schwerste Forelle fängt und zum Fischerkönig gekrönt wird. PETA appelliert bereits seit Jahren an die Verantwortlichen, das Fest tierfreundlich zu gestalten und erhält nun prominente Unterstützung von dem deutschen Rapper Thomas D. Dieser hat sich am 20. Mai dieses Jahres schriftlich an den Oberbürgermeister von Memmingen, Jan Rothenbacher, sowie an den Fischertagsverein gewandt und für die Tiere argumentiert.
„Fische sind Freunde, und sie verdienen Respekt und Mitgefühl“, so Thomas D. „Der Memminger Fischertag sollte in ein tier- und familienfreundliches Fest umgestaltet werden, bei dem niemandem eine Schuppe gekrümmt wird und an dem auch tierfreundliche Menschen teilnehmen möchten.“
In seinem Brief weist Thomas D weiterhin darauf hin, dass der Memminger Fischertag aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammt. Das war eine Zeit, in der die Menschen noch nicht wussten, dass Fische Angst, Panik und Schmerzen empfinden und Tieren generell jegliche Empfindungsfähigkeit abgesprochen wurde. „Heute hingegen, knapp 600 Jahre später, wissen wir dank Studien und Freilandbeobachtungen, dass Fische schmerzempfindliche, sensible Tiere sind und zudem sehr liebenswerte Eigenschaften haben, die wir auch von anderen Wirbeltieren oder uns selbst kennen“, heißt es in dem Schreiben. „Sie kümmern sich hingebungsvoll um ihren Nachwuchs, viele Fischväter nehmen die Jungtiere bei Gefahr in den Mund und bewachen wochenlang das Gelege. Korallenfische kommunizieren gerne morgens und abends gemeinsam im Chor, und das Ergebnis klingt, auch für mich als Musiker, äußerst beeindruckend.“ [1]
Thomas D ist PETA-Unterstützer der ersten Stunde und setzt sich schon seit vielen Jahren unermüdlich für die Rechte aller Tiere ein, so auch für die Rechte von Fischen.
Forellen reagieren ähnlich wie Menschen auf Schmerz
Wie Studien an Forellen gezeigt haben, haben diese nicht nur ein anatomisch ähnliches Nervensystem wie wir Menschen, sondern reagieren auch ähnlich auf Schmerzen: Sie zeigen dann ein verändertes Schwimmverhalten und reiben die schmerzende Stelle am Boden oder an der Beckenwand, um den Schmerz loszuwerden. Das belegt die bewusste Wahrnehmung von Schmerz im Gehirn. [2] Wenn Menschen die Hand auf eine heiße Platte legen, reiben sie die schmerzende Stelle oder halten sie unter kaltes Wasser. Bei einem Reflex hingegen würde man nur die Hand zurückziehen.

Das Motiv kann hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
