Wieder Tierleid-Event in Eslohe: Vom 21. bis 23. August fand der Reister Markt statt, inklusive Tierschau und Tiermarkt. PETA zugespieltes Bild- und Videomaterial zeigt unter anderem abgemagert wirkende Kühe mit unnatürlich großen Eutern, aus denen zum Teil Milch tropfte. Für die Vorführungen überdeckten einige Aussteller Hautabschürfungen mit weißem Spray. Viele Rinder waren sichtlich gestresst und haben versucht, sich zu wehren. Hühner wurden in engen Käfigen zum Verkauf angeboten, in grober Weise den Käufern vorgeführt und nach dem Kauf in Kartons abgestellt – obwohl das Veterinäramt dies zuvor untersagt hatte. Die Tierrechtsorganisation hat das zuständige Veterinäramt des Hochsauerlandkreises informiert und erneut aufgefordert, künftig keine Tiere beim Reister Markt zuzulassen. Seit Jahren dokumentiert die Organisation Missstände auf der Kirmes.
„Auch dieses Jahr wurden auf dem Reister Markt wieder Tiere für den Profit ausgebeutet. Unter großem Stress wurden Qualzuchten der Menge vorgeführt, ihr Leid verharmlost und Hühner wie gefühllose Ware verkauft. Wie oft müssen wir noch Tierleid auf der Kirmes dokumentieren, bevor das Veterinäramt endlich konsequent handelt?“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin bei PETA. „Wir bitten alle Menschen, keine Tiermärkte zu besuchen und vegan zu leben.“


Alles für Profit? Die Kühe auf dem Reister Markt hatten teils unnatürlich große Euter und mit Spray „kaschierte“ Wunden. / © PETA Deutschland e.V.


Diese und weitere Bilder können hier heruntergeladen werden.
Videomaterial senden wir auf Anfrage gerne zu.
Auf den Aufnahmen sind die überzüchteten Euter der Kühe zu sehen, die teilweise so stark gefüllt waren, dass bereits Milch austrat. Vermutlich wurden sie stundenlang nicht gemolken, um die Euter bei den Schauen „praller“ wirken zu lassen. Zudem wirkte der Gang der Tiere schwerfällig. Sie muhten laut, verweigerten das Weitergehen und wurden an Stricken gezogen. PETAs Einschätzung nach waren die Tiere deutlich gestresst und fühlten sich unwohl. Das Überdecken von Wunden durch weißes Spray sollte vermutlich die Chancen auf einen „Sieg“ bei der Schau erhöhen.
Änderungen seit 2022 können Tierleid nicht beenden
Nachdem der Reister Markt coronabedingt zwei Jahre in Folge ausgefallen war, kündigten die Veranstalter nach Rücksprache mit dem Veterinäramt für die Tierschau 2022 folgende Änderungen an: Rinder werden nicht mehr mit Hochdruckreinigern gesäubert, die Wasserversorgung der Kaninchen wird gesichert und die Lagerung von verkauften gefiederten Tieren in Kartons wird untersagt. Hinzu kommt, dass Züchter ein Formular unterschreiben müssen, das sie zum artgerechten Umgang mit den Tieren verpflichtet. Auch wenn dies ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist, sind die Änderungen teils nur marginal. PETAs Ansicht nach sollten sie selbstverständlich sein und können das Leid der Tiere auf dem Reister Markt nicht beenden. Die Organisation weist darauf hin, dass Tierschauen allgemein mit enormem Stress und langanhaltenden Schmerzen für die ausgestellten Lebewesen einhergehen.
PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft
Die tierhaltende Landwirtschaft tötet jedes Jahr allein in Deutschland rund 750 Millionen fühlende Lebewesen und gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. Es braucht dringend eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft, um das Leben künftiger Generationen zu sichern. PETA hat aus diesem Grund im Mai 2025 einen Strategieplan für den Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann – um die Zukunft von Tieren und Menschen zu sichern sowie der Klimakatastrophe zu begegnen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
