In Markt Rettenbach im Allgäu soll noch dieses Jahr der Bau der landgestützten Lachszucht Castell Salmon starten. Zu Beginn sollen dort jährlich rund 300.000 Lachse gezüchtet und getötet werden. In einem Schreiben hat PETA die zuständigen Behörden des Landratsamts Unterallgäu am Donnerstag aufgefordert, die erteilten Genehmigungen zurückzunehmen. Lachse sind anadrome Wanderfische, die in der Natur Hunderte bis Tausende Kilometer vom Fluss ins Meer und wieder zurück schwimmen. Die Zucht der Tiere in engen Becken ist nicht tierschutzgerecht, da sie unvereinbar mit den Bewegungsbedürfnissen der Tiere ist.
„Lachse sind intelligente, sensible Tiere, die weite Strecken durch Ozeane und Flüsse navigieren, um mit ihrem unglaublichen Geruchssinn ihren Weg nach Hause zu finden. Doch Millionen von ihnen sind in überfüllten Fischfarmen gefangen. Studien zeigen, dass sehr viele Tiere depressiv oder taub werden und ihre Wirbelsäulen sich deformieren. Diese Lachsfabrik hätte niemals genehmigt werden dürfen“, so Meeresbiologin Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Wassertiere bei PETA.
Schild soll zu Solidarität unter Wandernden aufrufen
Passend zur Wanderregion Allgäu hat PETA den Bürgermeister von Markt Rettenbach dazu aufgerufen, an den am Marktplatz beginnenden Wanderwegen mit einem zusätzlichen Schild auf das Leid der Lachse aufmerksam zu machen. Als Aufschrift schlägt PETA vor: „Liebe Wandernde, Sie wandern gerne. Lachse auch. Hunderte bis Tausende Kilometer legen sie in der Natur zurück, um vom Atlantik zu ihrem Geburtsort im Fluss zurückzuschwimmen. Doch in der Lachszucht Castell Salmon sollen Lachse ihr gesamtes Leben in Becken verbringen. Bitte zeigen Sie sich solidarisch und verhelfen Sie Lachsen zu mehr als einer Runde im Betonbecken: Leben Sie vegan!“
Anfang September hatte die Tierrechtsorganisation die Geschäftsführer Graf von Faber-Castell und Graf von Wedel in einem Schreiben aufgefordert, in die Produktion tierfreier Lachsalternativen zu investieren statt in die Ausbeutung fühlender Lebewesen. Eine Antwort blieb bisher aus.
Zuchtfarmen machen Fische krank und tragen zur Überfischung der Meere bei
In Freiheit führen Lachse Wanderungen über viele Hunderte bis Tausende von Kilometern durch und kehren aus dem Meer wieder an ihre Geburtsstätte im Fluss zurück, wo sie sich fortpflanzen. Zusammen mit zahlreichen Artgenossen in Becken eingesperrt können die Wanderfische nicht einmal annähernd ein artgerechtes Leben führen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Lachse in Gefangenschaft depressiv und krank werden. [1] Viele Lachse verlieren auf Zuchtfarmen durch deformierte Ohrknochen ihren Gehörsinn und weisen durch erhöhte Wassertemperaturen und künstliches Licht häufig Verformungen an der Wirbelsäule auf. [2, 3] Lachse in der Aquakultur werden zudem mit Fischmehl gefüttert – dieses wird aus dem Fleisch von im Ozean gefangenen Fischen hergestellt, was wiederum zur Überfischung der Meere beiträgt.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
