Tierrechtsorganisation PETA protestiert vor türkischer Botschaft gegen Massentötung heimatloser Hunde
Verheerende Situation heimatloser Tiere endlich beenden: Seit mehr als einem Jahr ist es in der Türkei erlaubt, sogenannte Straßenhunde einzufangen und unter bestimmten Bedingungen zu töten, sollten sie nicht vermittelt werden. [1] PETA kritisiert dieses lebensverachtende Vorgehen seither scharf, unter anderem beim türkischen Minister für Land- und Forstwirtschaft und weiteren Regierungsstellen. Um der Forderung nach einem Ende der Willkür gegen heimatlose Hunde Nachdruck zu verleihen, bezog PETA heute Vormittag mit zehn Aktiven in der Tiergartenstraße in Berlin gegenüber der türkischen Botschaft friedlich Stellung. Auf Deutsch, Englisch und Türkisch forderten sie ein Ende der grausamen Hundetötungen und Respekt für die Tiere. Ein Aktiver mit Erdoğan-Maske warf symbolisch „Hundefelle“ in eine Mülltonne. PETA ruft die türkische Regierung mit der Aktion eindringlich dazu auf, von den Tötungen Abstand zu nehmen und stattdessen auf bewährte tierfreundliche Methoden zur Regulierung der Hundepopulation zu setzen.
„Die Situation ist untragbar: Tiere werden misshandelt, gewaltsam eingefangen und in Massen getötet. Menschen, die sich dagegen einsetzen, werden eingeschüchtert oder sogar angegriffen“, so Björn Thun, Fachreferent bei PETA Deutschland. „Wir appellieren an die türkische Regierung und Präsident Erdoğan, sich für eine gewaltfreie und nachhaltige Lösung für heimatlose Hunde in der Türkei einzusetzen. Das sogenannte Straßentiergesetz ist unethisch und passt nicht in dieses Jahrhundert. Durch Konzepte wie ,Neuter & Release‘, also Kastration und Freilassung, lassen sich Tierpopulationen eindämmen, ohne weiteres Leid zu verursachen.“
Recht auf Leben abgelehnt: Oppositionspartei forderte erfolglos die Aufhebung des Gesetzes
Bislang geht das Massakrieren ungehindert weiter: Das türkische Verfassungsgericht hat unlängst das umstrittene Gesetz zur Änderung des Tierschutzgesetzes Nr. 7527 bestätigt, das es Kommunen ermöglicht, heimatlose Tiere einzufangen und zu töten. Die Oppositionspartei, die Republikanische Volkspartei „Cumhuriyet Halk Partis“ (CHP), hatte versucht, große Teile des Gesetzes aufheben zu lassen, da es ihrer Meinung nach gegen das Recht auf Leben, den Tierschutz und das öffentliche Interesse verstößt. Doch das Gericht lehnte den Antrag ab.
Die in der Türkei praktizierte Methode ist nicht nur kaltherzig, sondern auch in keiner Weise nachhaltig. Sie bedeutet lediglich einen unethischen und schmerzhaften Tod für die Hunde. Es werden weiterhin Jungtiere geboren, die sich unkontrolliert vermehren. Beispiele aus anderen Ländern zeigen: In einigen Jahren wird die Situation nicht wesentlich anders sein als heute.
Nachhaltige, tierfreundliche Maßnahmen zum Schutz heimatloser Tiere
PETA plädiert für flächendeckende Kastrationsprogramme und flankierende Maßnahmen wie ein Verkaufsverbot von Hunden in Zoohandlungen sowie hohe Strafen für das Aussetzen von Tieren. Bewährt hat sich die Methode „Neuter & Release“: Das bedeutet, dass heimatlose Tiere behutsam eingefangen, kastriert, tierärztlich versorgt und geimpft werden, bevor sie wieder in ihr vertrautes und sicheres Revier zurückgebracht werden. Dort müssen die Tiere anschließend weiterhin versorgt werden. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt diese Methode in ihren „Guidelines for dog population management“. [2]

Dieses und ein weiteres Bild von der heutigen Demonstration stehen hier zum Download zur Verfügung.
Videomaterial von der Aktion gibt es hier.
Es gelten die allgemeinen Nutzungsbedingungen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
