Der US-amerikanische Einzelhandelskonzern TJX – die Muttergesellschaft von unter anderem TK Maxx – hat verkündet, in Zukunft keine Produkte aus Mohair mehr zu verkaufen. Dies geschah, nachdem PETA USA den Konzern darauf hingewiesen hatte, dass für Produkte aus Mohair verängstigte Ziegen geschlagen und mit blutenden Wunden zurückgelassen werden. Als Dankeschön schickte PETA USA dem Unternehmen vegane Pralinen in Ziegenform.
„Hinter jedem Mohairpullover steckt eine verängstigte Ziege, die am Boden festgehalten und für ihr Fell mit Wunden übersät wurde“, sagt PETA USA-Präsidentin Tracy Reiman. „PETA fordert Einzelhändler überall dazu auf, dem mitfühlenden Beispiel von TJX zu folgen und Mohair zu verbieten.“
PETA USA hatte dem Unternehmen ein neues Enthüllungsvideo über die Mohair-Produktion in mehreren Betrieben in Lesotho und Südafrika vorgelegt, die nach dem irreführend benannten „Responsible Mohair Standard“ zertifiziert waren. Das Video zeigt die Leichen mehrerer Ziegen, darunter ein Zicklein, die auf einem Haufen entsorgt wurden. Weiterhin zeigt es Arbeiter, die Ziegen gewaltsam mit Besen und Stangen schlagen und die Tiere so grob scheren, dass einige verwundet und blutend zurückbleiben.
TJX schließt sich einer wachsenden Zahl von über 300 Unternehmen und Marken an – darunter Zara, Gap, Banana Republic, ASOS, UNIQLO, Ralph Lauren und Express –, die Mohair verboten haben, nachdem sie von PETA USA über die Tierqual dahinter informiert wurden. Die Tierrechtsorganisation fordert H&M auf, diesem Beispiel zu folgen und das Mohair-Verbot wieder einzuführen, das das Unternehmen 2020 aufgegeben hat.
PETA weist darauf hin, dass Mutterziegen eine starke Bindung zu ihren Babys aufbauen. Schon kurz nach der Geburt erkennen sich Mutter und Kind gegenseitig an ihren unverwechselbaren Rufen. In der Mohairindustrie werden Zicklein bereits im Alter von vier Monaten geschoren. PETAs verdeckte Ermittlungen dokumentierten, wie die Tierkinder vor Schmerz und Angst schreien, als sie zum ersten Mal geschoren werden. Sobald sich die Qualität ihres Fells verschlechtert oder sie als nicht mehr nutzbar gelten, wird ihnen die Kehle durchgeschnitten – weit vor Erreichen ihrer natürlichen Lebenserwartung von zehn Jahren.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
