Hinweise gesucht: PETA erreichte eine Whistleblower-Meldung zu acht toten Kaninchen und einem schwer verletzten Hahn in Gönnebek. Eine Jugendliche entdeckte am 18. Dezember beim Spaziergang mit ihrem Hund die aufeinandergestapelten Leichen der Kleintiere. Neben ihnen saß der stark unterkühlte Strupphuhn-Hahn in einem schlechten Ernährungs- und Allgemeinzustand. Er roch deutlich nach Kaninchenurin. Der Hahn konnte gesichert und erstversorgt werden. Bei einer anschließenden tierärztlichen Untersuchung stellte sich heraus, dass sein linkes Hüftgelenk ausgekugelt war – vermutlich wurde der Hahn mit der Absicht, ihn zu töten, gegen eine Wand geschleudert. Das Tier starb trotz fachkundiger Versorgung am 2. Januar. Die Leichen der acht männlichen und unkastrierten Kaninchen wurden im Tierheim Segeberg untersucht. Ihnen wurde das Genick gebrochen. Vermutlich haben Unbekannte auch sie an den Hinterbeinen gepackt und gegen eine Wand geschlagen. Wegen des Uringeruchs bei Auffinden des Hahns kann angenommen werden, dass er zusammen mit den Kaninchen in eine Tüte gestopft und anschließend am Fundort zurückgelassen wurde. PETA bereitet derzeit eine Strafanzeige gegen Unbekannt vor und bittet um Hinweise zur Tat.
PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
„Wir möchten helfen aufzuklären, wer die Kaninchen auf solch eine grausame Weise getötet und den Hahn dort schwer verletzt zum Sterben zurückgelassen hat. Es ist schockierend, wie herzlos die Tiere dort wie Müll entsorgt wurden“, so Monic Moll, Fachreferentin für Whistleblower-Fälle bei PETA. „Der oder die Täter müssen schnellstmöglich gefunden werden, bevor noch mehr Lebewesen zu Schaden kommen. Wer wehrlose Tiere quält und so empathielos behandelt, der schreckt möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten gegenüber Menschen zurück.“
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.
PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.


Die Bilder können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
