Pflanzliche Ostern: In vielen katholischen Gemeinden in und um Augsburg werden dieser Tage Speisen, die traditionell zum Osterfrühstück gegessen werden, zuvor in der Kirche gesegnet. Darunter sind oft tierische Produkte wie Butter, Fleisch, Honig oder ein Osterlamm, aber vor allem Eier. PETA macht darauf aufmerksam, dass nur Weihekörbe mit pflanzlichen Produkten gesegnet werden sollten. Denn tierische Produkte sind für massives Leid und Umweltzerstörung verantwortlich. Bei dieser Segnung soll zudem dafür gedankt werden, dass Gott den Gläubigen immer wieder neu das Leben schenkt – tierische Produkte sind allerdings mit Leid und Tod verbunden. Pflanzliche Produkte wie regionales Obst und Gemüse, Brot, Meerrettich oder ein vegan gebackenes Osterlamm dagegen würden zeigen, dass die Kirche Nächstenliebe auch auf die ausgebeuteten Tiere in den Ställen ausweitet.
„Tierleid darf nicht gesegnet werden. Das Fleisch von toten Tieren oder Milch und Eier von ausgebeuteten Lebewesen können niemals den Werten der Kirche entsprechen“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin bei PETA Deutschland. „Wer die Schöpfung Gottes bewahren will, lebt vegan.“
Eier symbolisieren Fruchtbarkeit und Neubeginn
Die Tradition der Ostereier reicht weit zurück und ist tief in verschiedenen Kulturen verwurzelt. Ursprünglich symbolisierten Eier Fruchtbarkeit und Neubeginn. Doch heutzutage stammen die meisten Ostereier aus industrieller Intensivtierhaltung, wo qualgezüchtete Hühner unter grausamen Bedingungen leben müssen. Diese Haltungsformen sind alles andere als tierfreundlich und stehen im krassen Gegensatz zu den fröhlichen Bildern, die Menschen mit Ostern verbinden.
Überzüchtung, Stress und Krankheiten – das Leben der Tiere in der Eierindustrie
PETA macht in diesem Zusammenhang auf das Leid der Hühner in der Eierindustrie aufmerksam. Tote Hennen, Knochenbrüche, entzündete Kloaken und kahlgepickte Tiere – immer wieder zeigen Veröffentlichungen, wie es Hühnern fernab der vermeintlichen Werbeidylle geht. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob es sich um konventionelle Großbetriebe oder den „Bio-Bauern von nebenan“ handelt.
Hühner leben am liebsten in kleinen Gruppen, kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs und picken nach Nahrung. Dazwischen nehmen sie zur Gefiederpflege gerne ein Sandbad in der Sonne oder ruhen im Geäst von Bäumen. In der Eierindustrie hingegen sind die sensiblen Tiere zu einem Leben voller Leid gezwungen – ganz gleich, ob Käfig- oder Biohaltung. Sogenannte Legehennen sind aufgrund der Qualzucht gezwungen, bis zu 300 Eier im Jahr oder mehr zu legen. Das sind über zehnmal mehr, als es die Natur zur Fortpflanzung ursprünglich vorgesehen hat. Nach etwa anderthalb Jahren lässt die „Legeleistung“ der ausgemergelten Hennen nach und sie werden im Schlachthaus getötet. Küken schlüpfen nicht in der Nähe ihrer Mütter, sondern werden in Plastikkisten der Brütereien ausgebrütet. Wurden die männlichen Embryonen nicht bereits im Ei getötet, werden sie seit dem Verbot des Kükentötens teils auf lange Transporte geschickt und vor ihrer Tötung im Schlachthaus wochenlang in kargen Hallen gemästet.
Die Probleme der Tierindustrie
Die Tierindustrie verursacht massives Tierleid in Mast- und Zuchtanlagen, auf Transporten und in Schlachtbetrieben. In deutschen Schlachthöfen werden jährlich rund 750 Millionen fühlende Lebewesen getötet. Die tierhaltende Landwirtschaft hat mehr Treibhausgase zur Folge als der gesamte weltweite Verkehrssektor. Hinzu kommt ein rasantes Artensterben, befeuert durch Pestizide und Monokulturen. Der Anbau von Tiernahrung beansprucht enorme landwirtschaftliche Anbauflächen.
PETAs Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft
PETA hat einen Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft mit Martin Müller, Gründer der Initiative „landwirtschaft.jetzt“, ausgearbeitet. Diese Ausstiegsstrategie fasst die ökologischen, ökonomischen und sozialethischen Probleme der heutigen Landwirtschaft zusammen. Sie stellt Möglichkeiten für den veganen Ökolandbau vor – ohne Tierhaltung oder Nutzung von tierischen und chemischen Düngemitteln sowie Pestiziden und Monokulturen. Zudem präsentiert der Plan eine alternative Nahrungsmittelproduktion und unterbreitet eine Strategie für den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Für einige Maßnahmen müssen Gelder in die Hand genommen werden, bei anderen werden massiv Kosten eingespart. Wiederum andere wirken allein durch veränderte Regelungen und Rahmenbedingungen.

Das Motiv kann hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
