Weitere 260.000 Tiere getötet
Laut einem Medienbericht ist in weiteren Anlagen eines Betriebs in Bestensee die hochansteckende Newcastle-Krankheit ausgebrochen. Weitere 260.000 Tiere wurden getötet. Damit sind nun alle Anlagen des Betriebs betroffen. Erst vor wenigen Wochen wurden dort nach einem Ausbruch des Virus rund 885.000 Hühner getötet. Die Tierrechtsorganisation appelliert daher erneut an Landrat Sven Herzberger, Ausstiegsprogramme für Betriebe zu stärken: weg von der Tierhaltung, hin zu veganem Ökolandbau. Zudem fordert sie das Veterinäramt des Landkreises Dahme-Spree auf, tierfreundliche Alternativen zur pauschalen Tötung potenziell infizierter Tiere anzuwenden. Erkrankte Vögel müssen isoliert und behandelt werden, so PETA.
„Anstatt weiter nur auf den nächsten Ausbruch zu reagieren, muss der Landkreis den Wandel zu einer Landwirtschaft ohne Tierhaltung jetzt konsequent vorantreiben“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Hinter den hohen Zahlen stehen Individuen, die in den Anlagen eingesperrt waren und Schmerzen, Stress und Todesangst erlebt haben. Wer dieses ausbeuterische System nicht unterstützen will, lebt vegan.“
PETA hat im Mai 2025 einen Strategieplan für den Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann – um die Zukunft von Tieren und Menschen zu sichern sowie der Klimakatastrophe zu begegnen.
Tierindustrie führt zu Tierseuchen
Dies ist bereits der 14. Ausbruch der Newcastle-Krankheit allein im Bundesland Brandenburg. [1] Kommt es zu einer Infektion, werden alle Vögel in einem Betrieb – und teilweise darüber hinaus in einem bestimmten Umkreis – getötet. Dies hat rein wirtschaftliche Gründe: Es soll verhindern, dass sich auch Tiere anderer Betriebe infizieren, was durch Kosten für Hygienemaßnahmen oder die Tötung Gewinneinbußen bedeuten würde.
Tierseuchen werden PETA zufolge nicht ausschließlich von Wildtieren auf andere Tiere übertragen, sondern können auch in der Tierindustrie selbst entstehen. Hunderte Millionen Individuen sind in den Betrieben in Deutschland meist inmitten von Exkrementen auf engem Raum eingesperrt. Ihr Kot wird als Gülle auf Feldern und Äckern ausgebracht, die auch von Wildtieren aufgesucht werden. So kann sich das Virus weiter ausbreiten. Auch der internationale Transport unzähliger Tiere bestärkt die Verbreitung der Seuchen.
Konsum tierischer Produkte ist eine der Hauptursachen für Zoonosen
Drei von vier aller neu auftretenden Krankheitserreger sind sogenannte Zoonosen, wurden also vom Tier auf den Menschen übertragen. Bereits 2004 nannte die Weltgesundheitsorganisation WHO die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Zoonosen. [2] COVID-19, die Vogelgrippe H5N1, die SARS-Pandemie, das MERS-CoV, das Ebolafieber und sogar Aids – sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: die Ausbeutung von Tieren. [3]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
