Kein Entkommen: Medienberichterstattung zufolge ist in der Nacht zum Sonntag, ein Stall in Nordhackstedt niedergebrannt. Fast 70 Kälber starben qualvoll in den Flammen. Die Ursache des Großbrandes ist noch unklar. PETA hat am 18. November Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Flensburg erstattet. Noch immer sind unzureichende Brandschutzmaßnahmen ein häufiger Grund dafür, dass Tiere in Ställen qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen. Jährlich sterben so zehntausende Tiere bei Stallbränden, weil selbst die mangelhaften gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten werden.
„Der Tod jedes einzelnen Tieres, das bei einem Stallbrand aufgrund mangelnder Brandschutzmaßnahmen stirbt, wurde nach Auffassung von PETA billigend in Kauf genommen“, so Julia Weibel, Fachreferentin bei PETA. „Die Politik muss endlich gesetzliche Regelungen verschärfen, um die Tiere vor dem Verbrennen zu schützen. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher können etwas gegen solch schreckliche Vorfälle tun. Denn würden alle Menschen vegan leben, wäre das nicht passiert.“
Mangelnder Brandschutz in vielen Tierställen
PETA kritisierte in der Vergangenheit wiederholt bestehende Brandschutzvorschriften, da der Schutz der Tiere so gut wie nicht geregelt ist. Selbst diese unzureichenden Schutzmaßnahmen werden in der Praxis meist nicht umgesetzt. Durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung kommt bei derartigen Bränden die Rettung für Tiere häufig zu spät.
Landwirtschaftliche Tierhaltung bedeutet immer Tod
Tiere, die zu Ernährungszwecken gehalten werden, gelten als reine Produktionsgüter. Verbrennen oder ersticken sie bei einem Stallbrand, wird ausschließlich der entstandene Sachschaden berechnet. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung bedeutet jedoch nicht nur ein Brandfall Leid und Tod. Ganz gleich, ob Rind, Schwein oder befiederte Tiere, ob konventionelle oder ökologische Haltung: Tiere als leidensfähige Lebewesen werden anhand ihrer Leistung und ihres Nutzens für den Menschen beurteilt. Für Fleisch, Milch und Eier werden sie ausgebeutet und getötet, obwohl sie ihr natürliches Lebensalter nicht annähernd erreicht haben. Kopfüber an einem Bein hängend wird ihnen im Schlachthaus die Kehle durchtrennt – Millionen Tiere sind dabei nicht ausreichend betäubt. [1]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
