Artgerecht ist nur die Freiheit: Ein Augenzeuge hat PETA vergangene Woche ein Video aus dem Krokodilhaus der Stuttgarter Wilhelma zugespielt. Dort ist zu sehen, wie ein Krokodil diverse Gegenstände hervorwürgt und teilweise wieder verschluckt. Es handelt sich dabei augenscheinlich um mehrere Baby-Schnuller, eine „Quetschie“-Verpackung inklusive Deckel, einen auslaufsicheren Gummideckel einer Babyflasche, einen Schlüsselanhänger und mehrere große Gummiteile. PETA kritisiert die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen scharf und informierte das Amt für öffentliche Ordnung, Tierschutz der Stadt Stuttgart diesbezüglich in einem Schreiben. Die Tierrechtsorganisation fordert, die Tierhaltung in Zoos über einen Zucht- und Importstopp auslaufen zu lassen.
„Dass ein Krokodil offenbar Schnuller, Plastikverpackungen und weitere Gegenstände verschluckt hat, ist ein alarmierendes Zeichen für die Risiken, denen Tiere in Zoos ausgesetzt sind“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Eine Haltungsform, die Tiere solchen Gefahren aussetzt, ist unverantwortlich. Wir fordern die Veterinärbehörde auf, nach diesem Vorfall Konsequenzen zu ziehen und zumindest Sicherheitsmaßnahmen für das Krokodil-Gehege anzuordnen.“
Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen auch an anderen Stellen in der Wilhelma
In der Wilhelma kam es bereits in der Vergangenheit zu Zwischenfällen durch mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Tiere: Die Absperrung am Pinguingehege ist zum Beispiel so niedrig, dass Besuchende darüber greifen können. PETA hatte 2019 die zuständige Behörde der Stadt Stuttgart über eine Whistleblower-Meldung informiert, laut der ein Kind eines der Tiere gestreichelt habe. 2008 wurde sogar ein Pinguin aus der Wilhelma entführt. [1]
PETA-Recherchen zeigen Leid weiterer Tiere
Seit Jahren erhält PETA immer wieder Whistleblower-Berichte zu eklatanten Missständen in der Wilhelma in Stuttgart. Auch bei Recherchen durch PETA im Juli und Oktober 2024 wurden diverse Missstände beobachtet und dokumentiert. Bei beiden Besuchen zeigten zahlreiche Tiere Verhaltensauffälligkeiten, darunter Menschenaffen, ein Elefant, ein Nasenbär, Waldhunde und verschiedene Reptilienarten. PETAs Einschätzung nach weisen diese auf enormes psychisches Leid hin. Darüber hinaus veranschaulichen Aufnahmen von Flamingos, die erfolglos versuchen, zum Flug abzuheben, das Leid hinter der tierschutzwidrigen Praktik des Flugunfähigmachens. Die Tierrechtsorganisation geht aufgrund der Missstände davon aus, dass den Tieren durch ihre Haltungsform länger anhaltende erhebliche Leiden zugefügt wurden und werden und hat deshalb im Januar 2025 bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart Strafanzeige erstattet.

Dieser und weitere Screenshots des Videos können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.
Das Video senden wir auf Anfrage gern zu.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
