Am Donnerstagnachmittag brach einem Medienbericht zufolge ein 22 Jahre altes Pferd bei einem Schützenfest des Marienfelder Heimatvereins in Harsewinkel tot zusammen. Das Tier war vor eine Kutsche gespannt und starb gegen 15.45 Uhr auf dem Festplatz an der Klosterstraße. Die Feuerwehr baute einen Sichtschutz um das gestorbene Tier auf. PETA erstattete heute Anzeige beim Kreisveterinäramt Gütersloh, damit die Umstände des Todes untersucht werden. Zugleich übt die Tierrechtsorganisation scharfe Kritik an dem Heimatverein für die Verwendung von Pferden und forderte den Vorstand in einem Schreiben auf, künftig von der Pferdenutzung für ihre Veranstaltungen abzusehen.
„Pferde laufen nicht freiwillig vor Kutschen, für sie bedeutet ein solcher Einsatz hoher Stress. Dieser Missbrauch von Tieren hat nichts mit Brauchtum oder Tradition zu tun“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Das Veterinäramt sollte nun untersuchen, ob das Pferd möglicherweise zu alt oder krank war oder aus anderen Gründen gar nicht hätte mitlaufen dürfen.“
Pferde auf Umzügen – Missbrauch, nicht Brauchtum
Pferde auf Umzügen, für Kutschfahrten oder bei ähnlichen Veranstaltungen einzusetzen, die meist von lauten Kapellen begleitet und von zahlreichen Menschen umsäumt werden, ist nach PETAs Ansicht Missbrauch und hat nichts mit Brauchtum oder Tradition zu tun. Werden die Fluchttiere mit scharfen Gebissen und Sporen dazu gezwungen, bei einem Umzug mitzulaufen, erhöht sich ihr Stresspegel kontinuierlich. Dies kann schlimmstenfalls damit enden, dass ein Tier durchgeht oder zusammenbricht, was auch für Menschen Gefahren birgt. Am 16. Juli 2022 starb der 19-jährige Waiherr bei einem Umzug des Schützenvereins St. Sebastianus auf der Königsallee in Düsseldorf. Laut vorheriger Halterin des Pferdes wurde ausdrücklich vereinbart, dass er gesundheitsbedingt niemals auf einem Umzug mitlaufen solle. Pferde sind sehr sensible Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen neben ausreichend Auslauf – vorzugsweise in einer Aktiv- oder Offenstallhaltung – auch gutes Essen und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung
Immer mehr Umzüge pferdefrei
In Bonn werden keine Pferde mehr beim Rosenmontagsumzug eingesetzt. Das Präsidium des Festausschusses Bonner Karneval begründete die Entscheidung 2021 mit Tierwohl und Sicherheit. Auch die Verantwortlichen der Cranger Kirmes in Herne gaben 2023 bekannt, den dazugehörigen Umzug künftig ohne Pferde zu gestalten. Ebenfalls 2023 hat der Schützenverein Warburg aus Sicherheits- und Tierschutzgründen entschieden, seine Umzüge ohne Kutschen und berittene Schützen durchzuführen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
