Termineinladung: PETA Streetteam Düsseldorf protestiert gegen Pferdemissbrauch des Sankt Sebastianus-Schützenvereins – „Umzüge frei von Tierquälerei!“

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In den vergangenen Jahren kam es bei Umzügen zu mehreren Todesfällen und Unfällen mit Pferden. Dennoch sollen am kommenden Sonntag bei dem Schützenumzug des Düsseldorfer Schützenvereins St. Sebastianus erneut Pferde und einige Kutschen zum Einsatz kommen. Daher protestiert das freiwillige PETA Streetteam Düsseldorf am Sonntag von 15:00 bis 16:15 Uhr an der Königsallee, Ecke Königstraße,gegen den zeitgleich stattfindenden Umzug. Mit Grabkerzen gedenken die Aktiven den Todesopfern solcher Veranstaltungen. PETA wirft der Stadt sowie den Organisatoren vor, leichtfertig Tiere und Besuchende zu gefährden. Die Tierrechtsorganisation fordert zum Schutz aller Beteiligten, Pferde bei sämtlichen Umzügen zu verbieten.

Details zur Aktion: 

Datum: Sonntag, 19. Juli 202
Uhrzeit: 15:00 bis 16:15 Uhr
Ort: Königsallee, Ecke Königstraße, 40212 Düsseldorf
Demoaufbau: Grabkerzen und Schilder
Kontakt vor Ort: Stefanie Scholz (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)

„Pferde sind sensible Fluchttiere, die schnell erschrecken und dann nur noch weglaufen wollen. Sie zu Unterhaltungszwecken diesem enormen Stress und unnötigen Gefahren auszusetzen, ist unverantwortlich“, so Streetteam-Leiterin Stefanie Scholz. „Immer wieder werden Menschen und Tiere bei Umzügen schwer verletzt. Der Tod des Pferdes Waiherr beim Umzug in Düsseldorf im Jahr 2022 hätte ein Weckruf für die Veranstaltenden sein müssen, diese ‚Tradition‘ sofort zu beenden.“

Pferde brechen immer wieder bei Umzügen zusammen und sterben

Erst im August 2025 starb ein Pferd während eines Schützenumzugs in Warendorf, die Reiterin wurde leicht verletzt. Im Juni 2025 brach beim Schützenfest in Harsewinkel ein Pferd zusammen und starb. Das 22-jährige Tier war vor eine Kutsche gespannt. PETA erstattete in beiden Fällen Anzeige beim Veterinäramt, damit die Umstände der Tode untersucht werden. Bei einem Umzug des Schützenvereins St. Sebastianus am 16. Juli 2022 in Düsseldorf brach das Pferd Waiherr zusammen und starb noch vor Ort. Die Tierrechtsorganisation erstattete Strafanzeige. Laut der ehemaligen Halterin war das Pferd zu diesem Zeitpunkt bereits 19 Jahre alt. Bei dem Verkauf wurde vereinbart, dass Waiherr aufgrund seines schwachen Nervenkostüms und seines Charakters niemals auf Festumzügen eingesetzt werden darf. Dennoch zwang ihn der neue Halter, beim Umzug mitzulaufen. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf stellte das Verfahren ein, da dem Halter nicht zweifelsfrei ein Vorsatz nachzuweisen sei, übertrug es aber an das Veterinäramt zur Verfolgung einer Ordnungswidrigkeit.

Pferde bei Umzügen bereits in mehreren Städten verboten

In mehreren Städten sind Pferde bei Umzügen aufgrund einschlägiger Erfahrungen mittlerweile verboten oder nur eingeschränkt erlaubt. Die Verantwortlichen der Cranger Kirmes in Herne gaben 2023 bekannt, den dazugehörigen Umzug künftig ohne Pferde zu gestalten. Ebenfalls 2023 hat der Schützenverein Warburg aus Sicherheits- und Tierschutzgründen entschieden, seine Umzüge ohne Kutschen und berittene Schützen durchzuführen. In Friedrichshafen und in Eisleben dürfen aus Sicherheitsgründen seit 2023 keine Pferde mehr bei Festumzügen mitlaufen. In Bonn werden keine Pferde mehr beim Rosenmontagsumzug eingesetzt. Das Präsidium des Festausschusses Bonner Karneval begründete die Entscheidung 2021 mit Tierwohl und Sicherheit.

Missbrauch, kein Brauchtum – Pferde auf Innenstadtumzügen

Pferde in einer lauten, engen und heißen Innenstadt einzusetzen, ist nach PETAs Ansicht Missbrauch und hat nichts mit Brauchtum oder Tradition zu tun. Laute Musik und Menschenmassen setzen die sensiblen Tiere ständigem Stress aus. Selbst bei trainierten Pferden kann bereits eine geringe Störung den Fluchtinstinkt auslösen. Schon 1991 stellte das Oberlandesgericht Koblenz fest: Unberechenbares Verhalten, etwa ein Ausbruch bei einem Karnevalsumzug, kann auch bei gewöhnlich „lammfrommen“ Pferden nicht ausgeschlossen werden (AZ 5 U 1812/90). Neben dem Einsatz der Tiere kritisiert PETA auch die tierschutzwidrigen Trainingsmethoden. Dabei werden die Pferde im Vorfeld regelmäßig mit lauter Musik beschallt oder durch Knallgeräusche erschreckt. Scharfe Gebisse kommen zum Einsatz, um sie mit Schmerzen kontrollieren zu können.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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