Der Kölner Großmarkt in Raderberg soll zum 31. Dezember abgerissen werden. Das bringt nicht nur bauliche Änderungen mit sich, sondern stellt auch ein ernstes Tierschutzproblem dar: Auf dem Gelände leben seit vielen Jahren rund 150 heimatlose Katzen, die an diesem Ort Schutz, Nahrung und Rückzugsorte gefunden haben. Viele der Tiere sind alt, krank oder extrem scheu, was eine Umsiedlung oder Vermittlung äußerst schwierig macht. Die Initiative „Großmarkt Katzen Köln“ hat sich dieses Tierschutzproblems vor Ort angenommen und fordert dringend Maßnahmen zur Rettung der Katzen. Hierfür sucht die Initiative nach einem passenden Gebäude, in welchem die Tiere für einen gewissen Zeitraum untergebracht, medizinisch versorgt und kastriert werden sollen, bis sie an andere Orte umgesiedelt werden können. In einem offenen Brief bittet PETA die Verantwortlichen der Stadt Köln und des zuständigen Veterinäramts, sich für die Tiere einzusetzen und eine entsprechende Immobilie zur Verfügung zu stellen, um die Katzen zu retten.
„Die Stadt Köln muss sich der Katzen auf dem Großmarkt annehmen. Den Katzen steht großes Leid bevor, wenn hier nicht dringend unterstützt wird. Ohne konkrete Hilfe droht vielen Katzen der Tod“, so Jana Hoger, Tierpsychologin und Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Die Bereitstellung einer Immobilie, in welcher die Katzen medizinisch versorgt werden und die erste Zeit in geschützter Quarantäne verbringen können, ist jetzt der erste, wichtige Schritt. Nur gemeinsam können wir den Tieren eine sichere Zukunft ermöglichen.“
Mit dem Rückzug der Händler und dem bevorstehenden Abriss des Kölner Großmarktes fehlen bereits erste Orte, an denen die Tiere mit Nahrung versorgt werden. Zudem gibt es Berichte über gestresste und verschwundene Katzen. Die Initiative „Großmarkt Katzen Köln“ setzt sich für beheizbare Unterkünfte ein, in denen die Tiere sicher untergebracht und medizinisch versorgt werden können. Konkret wird ein Gebäude mit 500–1000 m² Fläche, Strom, Wasser und abschließbarer Tür gesucht. Zu einem späteren Zeitpunkt sind auch kontrollierte Auswilderungsstellen geplant. Eine Petition auf change.org, die die Stadt Köln auffordert, schnell zu handeln und die Versorgung der Katzen sicherzustellen, erzielte über 14.000 Unterschriften. Die Situation vor Ort ist akut und erfordert dringend Unterstützung.
Zahlreiche Whistleblower-Meldungen verdeutlichen katastrophale Zustände
PETA erreichen regelmäßig Whistleblower-Meldungen zu heimatlosen Katzen. Es wurde von Tieren berichtet, die unter „entzündeten Augen, entzündeten Krallen“ sowie „extremem Floh- und Wurmbefall“ leiden. Dies werde „gesehen, aber einfach ignoriert“. In einem anderen Fall wurde eine stark abgemagerte, schwangere Katze gemeldet, in deren Umfeld alle Tiere unter Katzenschnupfen litten. Auch von einer jungen Katze „mit einem massiven Hornhautgeschwür“ wurde berichtet. Erhalten die Tiere keine medizinische Versorgung, sterben viele von ihnen qualvoll.
Kommunen können das Problem nicht allein lösen
Rein rechnerisch können eine unkastrierte Katze und ihre Kinder innerhalb von sieben Jahren bis zu 370.000 Nachkommen zeugen. Die Landesregierungen sind laut § 13b Tierschutzgesetz ermächtigt, Gebiete mit sogenannten Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsverordnungen festzulegen, um die hohe Zahl heimatloser Katzen zu verringern. Seit 2013 können sie aus Tierschutzgesichtspunkten Kastrationspflichten für Katzen erlassen.
Entlastung durch flächendeckende Katzenschutzverordnung
Eine solche Verordnung hilft nicht nur, die Katzenpopulation zu regulieren, sondern kann auch die Verbreitung bestimmter Krankheiten deutlich eindämmen. Hierzu zählen beispielsweise die Viruserkrankungen FIP, FIV und FELV, die sich innerhalb der Katzenpopulation verbreiten, sowie die für den Menschen bedrohliche Toxoplasmose. Zusätzlich kann eine flächendeckende Schutzverordnung die Arbeitsbelastung von Tierärzten, Tierheimen, Katzenschutzvereinen sowie des Veterinäramts deutlich reduzieren. Aufgefundene Tiere können so schnell über Registrierungsportale identifiziert und den Haltern zugeordnet werden.
Laut einer aktuellen Studie gelten zu viele frei laufende und heimatlose Katzen zudem als eine weltweite Gefahr für die Artenvielfalt. Wie die intensive Landwirtschaft mit ihren zahlreichen Monokulturen beschleunigen sie durch ihren starken Jagdtrieb die Dezimierung zahlreicher Vögel-, Säugetier- und Reptilienarten.


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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
