Termineinladung: PETA Streetteam Düsseldorf protestiert gegen großen Umzug des Sankt Sebastianus-Schützenvereins – „Umzüge frei von Tierquälerei!“

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In den vergangenen Jahren kam es bei Umzügen zu mehreren schweren Unfällen mit Pferden. Dennoch sollen am kommenden Sonntag bei dem Schützenumzug des Düsseldorfer Schützenvereins St. Sebastianus erneut Pferde und einige Kutschen zum Einsatz kommen. Aus diesem Anlass protestiert das freiwillige PETA Streetteam Düsseldorf am Sonntag von 15:30 bis 16:30 Uhr an der Königsallee, Ecke Königstraße gegen den zeitgleich stattfindenden Umzug des Schützenvereins. Die Aktiven gedenken mit Grabkerzen an die Opfer. PETA kritisiert die Verantwortlichen scharf und wirft der Stadt sowie den Organisatoren vor, leichtfertig Besucher und Tiere zu gefährden. Die Tierrechtsorganisation fordert zum Schutz von Mensch und Tier, Pferde bei sämtlichen Umzügen zu verbieten.

Details zur Aktion: 
Datum: Sonntag, 13. Juli 2025
Uhrzeit: 15:30 bis 16:30 Uhr
Ort: Königsallee, Ecke Königstraße, 40212 Düsseldorf
Demoaufbau: Grabkerzen und Schilder
Kontakt vor Ort: Stefanie Scholz (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)

„Pferde sind sensible Fluchttiere, die schnell erschrecken und dann nur noch weglaufen wollen. Sie zu Unterhaltungszwecken diesem enormen Stress und unnötigen Gefahren auszusetzen, ist unverantwortlich“, so Streetteam-Leiterin Stefanie Scholz. „Jedes Jahr werden Menschen und Tiere bei Umzügen teils schwer verletzt. 2022 brach beim Umzug in Düsseldorf sogar ein Pferd zusammen und verstarb. Das hätte ein Weckruf für die Veranstaltenden sein müssen, diese ‚Tradition‘ sofort zu beenden.“

Pferd brechen immer wieder während Umzug zusammen und sterben

Erst im Juni 2025 ist im Rahmen eines Schützenfestes in Harsewinkel ein Pferd zusammengebrochen und gestorben. Das 22-jährige Tier war vor eine Kutsche gespannt. PETA erstattete Anzeige beim Kreisveterinäramt Gütersloh, damit die Umstände des Todes untersucht werden. Bei einem Umzug des Schützenvereins St. Sebastianus am 16. Juli 2022 brach das Pferd Waiherr zusammen und starb noch vor Ort. Damals erstattete die Tierrechtsorganisation Strafanzeige. Laut der ehemaligen Halterin war das Pferd zu diesem Zeitpunkt bereits 19 Jahre alt. Bei dem Verkauf wurde vereinbart, dass Waiherr aufgrund seines schwachen Nervenkostüms und seines Charakters niemals auf Festumzügen eingesetzt werden darf. Dennoch zwang ihn der neue Halter, beim Umzug mitzulaufen. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf stellte das Verfahren ein, da dem Halter nicht zweifelsfrei ein Vorsatz nachzuweisen sei, übertrug es aber an das Veterinäramt zur Verfolgung einer Ordnungswidrigkeit.

Einige Städte gehen mit gutem Beispiel voran

In mehreren Städten sind Pferde bei Umzügen aufgrund einschlägiger Erfahrungen mittlerweile verboten oder nur eingeschränkt erlaubt. In Bonn werden keine Pferde mehr beim Rosenmontagsumzug eingesetzt. Das Präsidium des Festausschusses Bonner Karneval begründete die Entscheidung 2021 mit Tierwohl und Sicherheit. Die Verantwortlichen der Cranger Kirmes in Herne gaben 2023 bekannt, den dazugehörigen Umzug künftig ohne Pferde zu gestalten. In Friedrichshafen und in Eisleben dürfen aus Sicherheitsgründen seit 2023 keine Pferde mehr bei Festumzügen mitlaufen.

Missbrauch, kein Brauchtum – Pferde auf Innenstadtumzügen

Pferde in einer lauten, engen und heißen Innenstadt einzusetzen, ist nach PETAs Ansicht Missbrauch und hat nichts mit Brauchtum oder Tradition zu tun. Laute Musik und Menschenmassen setzen die sensiblen Tiere ständigem Stress aus. Selbst bei trainierten Pferden kann bereits eine geringe Störung den Fluchtinstinkt auslösen. Schon 1991 stellte das Oberlandesgericht Koblenz fest: Unberechenbares Verhalten, etwa ein Ausbruch bei einem Karnevalsumzug, kann auch bei gewöhnlich „lammfrommen“ Pferden nicht ausgeschlossen werden (AZ 5 U 1812/90). Neben dem Einsatz der Tiere kritisiert PETA auch die tierschutzwidrigen Trainingsmethoden. Dabei werden die Pferde im Vorfeld regelmäßig mit lauter Musik beschallt oder durch Knallgeräusche erschreckt. Scharfe Gebisse kommen zum Einsatz, um sie mit Schmerzen kontrollieren zu können.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Hunde und Katzen als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie zu halten, auszubeuten und zu töten wie Schweine, Rinder oder Hühner. Trotzdem betrifft Speziesismus auch sogenannte Haustiere: Sie werden zur menschlichen Unterhaltung benutzt, oftmals unter tierschutzwidrigen Bedingungen (qual-)gezüchtet und wie Ware verkauft. Auch für Tierversuche werden sie missbraucht.

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