Tierschutzwidriger Einsatz von Ochsen für Wettrennen in Steinkirchen: PETA fordert Absage und Einschreiten des Veterinäramts

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– „Spaß“ auf dem Rücken der Tiere ausgetragen: PETA erhielt einen Hinweis auf eine tierschutzwidrige Veranstaltung, die am kommenden Sonntag in Steinkirchen stattfinden soll. Beim „Ochsenrennen“ müssen Ochsen gegen ihren Willen um die Wette laufen, während Personen auf ihnen sitzen und sie antreiben. Die Tierrechtsorganisation hat die Veranstaltenden kontaktiert und sie gebeten, von der Aktion abzusehen. Zudem forderte sie das zuständige Veterinäramt auf, das Wettrennen in diesem Jahr und in Zukunft zu untersagen. Nach Auffassung von PETA ist das Ochsenrennen nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar und vermittelt den Anwesenden, dass es in Ordnung ist, Tiere zum Spaß zu misshandeln. Bisher haben beide Stellen nicht auf die Schreiben reagiert.

Wie gefährlich solche Rennen für die Tiere sein können, zeigte sich 2024 in München-Allach: Dort verletzte sich ein Rind beim „Ochsenrennen“ so schwer, dass es noch vor Ort getötet wurde. Auch bei einem „Kamel- und Ochsenrennen“ im Juni 2026 in Taufkirchen wurden erhebliche Tierschutzmängel dokumentiert, unter anderem blutige Wunden bei den Tieren. PETA erstattete Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft München I und reichte eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen die Mitarbeitenden des zuständigen Veterinäramts ein.

„Erst sollen die Ochsen zur Unterhaltung einer grölenden Menge um die Wette rennen, einen Tag später wird zu ‚Ochsen- und Kesselfleisch mit Siegerehrung und Musi‘ eingeladen. Diese Kombination ist an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten“, so Julia Weibel, Fachreferentin bei PETA. „Tiere für die Volksbelustigung einem hohen Verletzungsrisiko und starkem Stress auszusetzen, ist inakzeptabel. Es ist höchste Zeit, dass die Behörden endlich ihren Tierschutzauftrag ernst nehmen.“

[Hintergrundinformationen]:

Tierleid zur reinen Belustigung
Bei den meisten sogenannten Ochsenrennen tragen die Tiere kleinere oder größere Verletzungen davon. Auch der Stress während des Transports und der Veranstaltung kann zu erheblichem Leid bei den Tieren führen. Während Veranstalter die Risiken kleinreden, berichteten Augenzeugen von bayerischen „Ochsenrennen“ in der Vergangenheit, dass Tiere aufgrund der Aufregung an Durchfall litten und zitterten. PETA betont, dass es laut Paragraf 3 des Tierschutzgesetzes verboten ist, Ochsen durch Peitschenschläge eine möglichst hohe Leistung abzuverlangen, die unnatürlich für sie ist. [1] Weiter ist es laut Paragraf 1 des Tierschutzgesetzes strafbar, einem Tier ohne „vernünftigen Grund“ Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Demnach dürfen Tiere nicht zur Belustigung Leid ausgesetzt werden.

Intelligente und empfindsame Tiere werden vielfach ausgenutzt
Ochsen werden seit Jahrtausenden vom Menschen in der Landwirtschaft und zu Nahrungszwecken gehalten und ausgebeutet. Der Begriff „Joch“, ein Zuggeschirr für Ochsen, wird heute noch im übertragenen Sinn für eine als bedrückend empfundene Fremdherrschaft benutzt. Rinder sind intelligente, sensible Wesen mit einem Langzeitgedächtnis. Sie bilden im Laufe der Zeit Freundschaften und verfügen über eine Vielzahl an Emotionen. Verhaltensbiologen zufolge haben sie auch die Fähigkeit, sich Sorgen über die Zukunft zu machen. [2]

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Tierschutzgesetz § 3 Nr. 1. Online abrufbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__3.html. (12.08.2026).
[2] Tierarztpraxis Dr. Schwarz/Tierärztliche Gemeinschaftspraxis (GbR) (2022): Sanfte Riesen mit viel Gefühl. Online abrufbar unter: https://www.tierarztpraxis-dr-schwarz.de/news/kuehe. (12.08.2026).

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